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Schmalspurbahnen im Harz

Die Bahnen – Bemerkungen zum Betrieb

Lichtraumprofil

      Wegen des früher sehr umfangreichen Güterverkehrs mit Transport normalspuriger Güterwagen auf Rollböcken oder Rollwagen haben die Schmalspurstrecken im Harz ein grosszügig bemessenes Lichtraumprofil. Der Einsatz der Baureihe 199, die ja auf 1000 mm umgespurte Regelspur-Fahrzeuge sind, ist damit meist problemlos möglich.

      Einzelne Gleise sind allerdings nur für „echte“ Schmalspurfahrzeuge befahrbar; darauf wird jeweils ausdrücklich hingewiesen:

Hinweis auf eingeschränktes Lichtraumprofil Hinweis auf eingeschränktes Lichtraumprofil
Links: Bahnhof Alexisbad, Juni 2007, rechts: Bahnhof Benneckenstein, Juli 2007

 


Rückfallweichen

      Rückfallweichen kommen auf dem HSB-Netz häufig vor; sie sind an den gelben Weichenlaternen und den gelb-schwarzen Stellhebeln leicht zu erkennen.

Rückfallweiche im Bahnhof Eisfelder Talmühle Rückfallweiche im Bahnhof Drei Annen Hohne
Rückfallweichen in den Bahnhöfen Eisfelder Talmühle (links) und Drei Annen Hohne (rechts), Juni 2007

 


Leitschienen

Leitschiene
Hinter Schierke auf dem Weg zum Brocken
Leitschiene

      Die dritte Schiene, die Sie hier sehen, ist eine so genannte Leitschiene, seltener auch als Zwangsschiene bezeichnet. Man findet solche Schienen in sehr engen Kurven (Radius unter 150, nach anderen Quellen 300 Meter). Ihr Zweck ist, das kurveninnere Rad am Spurkranz zu führen und so die Belastung von Spurkranz und Schiene auf der Aussenseite der Kurve zu verringern.

 


Schlepptenderlokomotiven vs. Tenderloks

Bahnhofsgaststätte Harzgerode

      Lassen Sie sich nicht irritieren, wenn Sie am Bahnhof Harzgerode dieses Schild sehen: Dampflokomotiven mit Schlepptender gab und gibt es bei den Schmalspurbahnen im Harz nicht!

      Tenderlokomotiven mit symmetrischer Achsanordnung bieten – gerade bei Schmalspurbahnen mit beengten räumlichen Möglichkeiten – erhebliche Vorteile im Betrieb:
      Sie sind bei Vorwärts- und Rückwärtsfahrt für dieselbe Höchstgeschwindigkeit zugelassen; dies bedeutet, dass man keine Drehscheiben an den Endbahnhöfen braucht.

 


Betriebsnummern

      Die schweizerischen Eisenbahnfreunde treffen bei den Harzer Schmalspurbahnen eine Nummerierung, die es bei schweizerischen Schmalspurbahnen so nicht gibt – die Bezeichnungen „645“ bei der RhB oder „8004“ bei der MOB sagen dem Kenner alles über Baureihe und individuelle Maschine.
      Wie funktioniert das also bei den Schmalspurbahnen im grossen Kanton im Norden (und hier bei uns z. B. auch bei den SBB)? Zunächst beginnen die Nummern aller uns hier bei der HSB interessierenden Dampfloks mit „99“ – das ist die Baureihennummerierung für schmalspurige Dampflokomotiven. (Das Prinzip der Kontrollziffer gilt natürlich auch für Triebwagen.) Die durch einen Bindestrich abgetrennte letzte Ziffer ist die Kontrollziffer; sie stellt in der elektronischen Datenverarbeitung sicher, dass man sich bei der Eingabe der Nummer nicht vertippt hat. Sie wird ermittelt, indem man die letzte Ziffer der Nummer mit 2, die vorletzte mit 1, die drittletzte wieder mit 2 usw. multipliziert. Die Ziffern der dabei erhaltenen Zahlen werden addiert; es wird also nicht einfach die Summe gebildet! Die Differenz zur nächsten vollen Zehnerzahl ist die Kontrollziffer.
      Zu kompliziert? Schauen wir uns das an zwei Beipielsberechnungen an, einmal für eine Neubau-Dampflok, einmal für einen Triebwagen:

Betriebsnummer 9 9 7 2 4 1        1 8 7 0 1 7
Multiplikator 1 2 1 2 1 2        1 2 1 2 1 2
Ergebnis (Zahl) 9 18 7 4 4 2        1 16 7 0 1 14
Summe der Ziffern 9+1+8+7+4+4+2 = 35        1+1+6+7+0+1+1+4 = 21
Nächste volle Zehnerzahl 40        30
Differenz (Kontrollziffer) 5        9
vollständige Nummer 99 7241-5        187 017-9

 


Zugschluss – es müssen nicht immer Leuchten sein

Zugschlusssignal Zugschlusssignal Zugschlusssignal

      In Eisfelder Talmühle konnten wir beobachten, wie nach dem Umsetzen der Lok der jetzt an den Zugschluss gerückte Gepäckwagen KBD 902-305 mit der entsprechenden Signalisierung versehen wurde. Das geschieht noch in guter alter Handarbeit durch Anbringen der entsprechenden Signaltafeln (Schlusssignal Zg 2).

 


Doppelausfahrten

Video

      Berühmt ist die Doppelausfahrt, also die Betriebssituation, in der zwei Züge gleichzeitig und ein Stück weit parallel nebeneinander einen Bahnhof verlassen, in Alexisbad. Ich habe keine eigenen Bilder davon und zeige Ihnen deshalb ein Video, das diese Situation auf dem Titelbild darstellt. Ich hoffe, dass das urheberrechtlich unbedenklich ist. Es sollte Sie ausserdem motivieren, diesen Film zu kaufen, denn eine solche Doppelausfahrt mit Dampfloks ist ein optischer (und akustischer!) Genuss. (Schöne Bilder solcher Doppelausfahrten finden Sie auf der → Website des Freundeskreis Selketalbahn e. V.)

      Alexisbad ist allerdings, obwohl in diesem Zusammenhang immer wieder genannt, nicht der einzige Bahnhof, in dem Sie dieses besondere Schauspiel geniessen können: Doppelausfahrten sind ebenfalls in Drei Annen Hohne und Eisfelder Talmühle möglich.


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Erste Veröffentlichung am 17. August 2008, letzte Bearbeitung am 15. Oktober 2012.


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