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Schmalspurbahnen im Harz

Die Selketalbahn – Kurze Geschichte

      Am 14. März 1887 erhielt die 1886 gegründete Gernrode – Harzgeroder Eisenbahngesellschaft (GHE) die Konzession „zum Bau und Betrieb einer Schmalspurbahn von Gernrode über Mägdesprung und Alexisbad nach Harzgerode zur Beförderung von Gütern und Personen“. Diese Bahn, die als „Selketalbahn“, in der Frühzeit auch als „Anhaltische Harzbahn“, bekannt wurde, ist damit die älteste der Schmalspurbahnen im Harz. Gleichzeitig ist sie auch diejenige, die als letzte erweitert wurde: Erst im Sommer 2006 wurde der Abschnitt Gernrode – Quedlinburg eröffnet.
      So weit sind wir allerdings noch lange nicht; schauen wir, wie es nach der Konzessionserteilung weiterging: Schon am 7. August 1887 befuhr der erste Zug (um 6:20 h – nichts für Langschläfer; Sachsen-Anhalt bezeichnet sich selbst ja heute noch als das „→ Land der Frühaufsteher“) die neue Strecke Gernrode – Mägdesprung, und dann ging es schnell weiter:

      Damit war die Selketalbahn eigentlich fertig. Hasselfelde profitierte aber nicht im erhofften Ausmass von der Bahnlinie; der Grund war die wirtschaftlich enge Anbindung an das preussische Nordhausen. Die logische Konsequenz war eine direkte Verbindung nach Nordhausen, also die Schaffung einer Verbindung zwischen Selketalbahn und Harzquerbahn. Als Eröffnungsdatum dieser Strecke finden Sie oft den 15. Juli 1905, tatsächlich fuhr jedoch der erste Zug mit prominenten Fahrgästen (Aufsichtsratsmitglieder der beiden beteiligten Gesellschaften NWE und GHE) bereits am 3. 7. 1905. Der 15. 7. war das „offizielle“ Eröffnungsdatum, das aber nicht mehr gefeiert wurde.

Plan der Selketalbahn
Die Selketalbahn heute (mit den Verbindungen zum öffentlichen Personennahverkehr)
(Schild fotografiert am Bahnhof Stiege)

      Die Selketalbahn sah also 1905 schon (fast) so aus wie heute, aber dabei blieb es leider nicht. Nach dem 2. Weltkrieg wurde zwischen 1949 und 1950 die Strecke von Gernrode nach Straßberg (das damals noch Lindenberg hiess) und nach Harzgerode wieder aufgebaut, aber dabei blieb es dann auch sehr lange – die Verbindung zur Harzquerbahn war damit unterbrochen.

Selketalbahn auf DDR-Briefmarke von 1984
Die Marke finden Sie auch auf der Seite über die 99 6001. Ich zeige sie hier mit dem anhängenden
Zierfeld, das die Selketalbahn im Zustand von 1983 vor der Erweiterung zeigt.

      Wichtig für die Bahn und ihre spätere Entwicklung war eine Entscheidung des Ministeriums für Verkehr der DDR vom 5. September 1972, mit der die Erhaltung der Selketalbahn beschlossen wurde. Gut zehn Jahre später wurde der 13,9 km lange Abschnitt Straßberg – Stiege wieder aufgebaut und am 30. November 1983 eröffnet. Harzquerbahn und Selketalbahn waren wieder vereint!
      Gleichzeitig wurde als kompletter Neubau die berühmte Wendeschleife bei Stiege gebaut, die ab Mai 1984 für den Verkehr zur Verfügung stand. Der Grund für diese ungewöhnliche Konstruktion war eine erhebliche betriebliche Vereinfachung insbesondere im Rollwagenbetrieb: Züge von Gernrode nach Eisfelder Talmühle mussten bisher in Stiege „Kopf machen“, wie man im Eisenbahnerdeutsch das Umsetzen der Lok von einem Zugende an das andere nennt. (Der Begriff entstand aus den Abläufen in Kopfbahnhöfen.) Das war im Rollfahrzeugverkehr besonders aufwändig; die neue Wendeschleife erlaubte nun ein direktes Durchfahren des Zuges.

      Die nächsten zwanzig Jahre einschliesslich der Wende und des Übergangs von der DR zur HSB brachten an der Strecke nichts grundlegend Neues. 2006 wurde dann die oben erwähnte Neubaustrecke Gernrode – Quedlinburg eröffnet; die Hintergründe dazu finden Sie in der Einleitung.


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Erste Veröffentlichung am 17. August 2008, letzte Bearbeitung am 15. Oktober 2012.


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