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Schmalspurbahnen im Harz

Fahrzeuge – Personenwagen

      Auch einem oberflächlichen und nicht speziell an Eisenbahnen interessierten Betrachter wird sehr bald auffallen, dass bei der HSB Personenwagen mit sechs, sieben und acht Fenstern verkehren. Ausserdem sind einige Wagen mit Werbebeschriftungen unterwegs.
      Leider ist die ganze Geschichte wesentlich komplexer. Die Fahrzeuge verteilen sich auf diverse Baureihen und Serien; das Buch von Bethke/Finke/Schweers, das ohnehin zur „Pflichtlektüre“ für die Freunde der Schmalspurbahnen im Harz gehört, ist bei den Personenwagen absolut unverzichtbar.
      Eine vollständige Übersicht kann ich nicht geben; ich beschränke mich daher darauf, Ihnen die Fahrzeuge zu zeigen, die mir begegnet sind. Die Kapitelüberschriften bezeichnen jeweils die Serie, aber es gibt noch einige mehr. Bei weiteren Harzurlauben kann ich diese Aufstellung hoffentlich in Zukunft ergänzen.

 

Neubauwagen kurz (1992)

      Beginnen wir mit den neuesten Wagen, die erst zur HSB-Zeit gebaut wurden. Bethke et al. äussern sehr harsche Kritik an diesen Fahrzeugen („Mehr als dürftig ist die Inneneinrichtung“), die nicht dem sonst bei den Harzbahnen gepflegten Ausstattungs-Standard genügen.
      Die erste Serie dieser Neubauwagen sind die 1992 gebauten, 12 Meter langen 900-441 bis 900-446. Sie bieten 40 Fahrgästen Platz; diese Fahrzeuge erkennen Sie an sechs Fenstern (auf einer Seite ist eines matt; dies kennzeichnet die mittig im Wagen angebrachte Toilette).

900-443
900-443 in Gernrode (28. Juni 2007).
Im gleichen Zug waren auch 900-441 (unten links) und 900-446 (unten rechts) eingereiht.
900-441 900-446

 

Neubauwagen lang (1993)

      Ein Jahr später, 1993, folgte eine Serie von acht weiteren, etwas grösseren Wagen, bezeichnet als 900-433 bis 440. Diese Wagen sind 13,75 m lang, die Zahl der Sitzplätze konnte damit auf 50 erhöht werden.
      Diese (und nur diese) Wagen mit sieben Fenstern (1) werden auch für Werbezwecke eingesetzt, wie diese Beispiele zeigen:

900-436
900-436 „Coca-Cola“ (Elend, 2. Juli 2007)
900-437
900-437 „Hasseröder“ (am Brocken, 8. Juli 2007)
900-439
900-439 „Glasmanufaktur Harzkristall“ (Elend, 2. Juli 2007)
900-439 2012
Noch einmal der 900-439: Als wir ihn im Herbst 2012 wiedersahen, trug er eine neue Werbeaufschrift
(Wernigerode-Westerntor, 6. Oktober 2012).

 

Ehemalige sächsische 750-mm-Einheitswagen

      Aus einer anderen Serie kann ich Ihnen drei Wagen zeigen, darunter den bekannten (und auch als Modell erhältlichen) „Café-Wagen“. Diese als 900-511, 512 und 507 sowie 900-492 bis 498 bei der HSB geführten Wagen entstanden alle aus 750-mm-Wagen der sächsischen Schmalspurbahnen. Sie wurden dort um 1930 in Dienst gestellt und ab 1952 für die 1000-mm-Strecken im Harz umgebaut. Die an der langen Fensterreihe (acht Fenster) erkennbaren, 14,5 m langen Wagen wurden alle in den achtziger Jahren gründlich umgebaut und modernisiert. Sie haben 48 bis 54 Sitzplätze (Café-Wagen 24).

900-493
900-493 (Schierke, 1. Juli 2007).
1996 wurde dieser Wagen gemeinsam mit 498 (s.u.) zum Café-Wagen umgebaut.
900-496
900-496 (Eisfelder Talmühle, 2. Juli 2007)
900-498
900-498 (Elend, 2. Juli 2007).
Nach dem 1996 erfolgten Umbau zum Café-Wagen wurde dieser Wagen später wieder zurückgebaut
und läuft aktuell als Buffet-Wagen.

 

„Die Eisfelder“ KB4i 900-519 – 900-523

      Vier der zu dieser Bauserie gehörenden fünf Wagen wurden ursprünglich für die 1000-mm-Bahn Eisfeld – Schönbrunn auf der Basis vierachsiger Güterwagen aus den dreissiger Jahren gebaut, aber nach deren Stilllegung direkt nach Wernigerode geliefert, weshalb sie dort als „die Eisfelder“ bezeichnet wurden. 522 kam von der Meterspurbahn Klingenthal – Sachsenberg-Georgenthal. Alle fünf Wagen wurden 1987/88 modernisiert und sind noch heute bei der HSB im Einsatz.

900-519
900-519 (Drei Annen Hohne, 23. Juli 2006)

 

Die ehemaligen NWE BC4i 11II–15II

      Eine kleine Serie von fünf Wagen, die bei der HSB als 900-472 bis 476 geführt werden, wurde 1922 für die NWE gebaut. Es waren damals die ersten in Ganzstahlbauweise ausgeführten Fahrzeuge dieser Bahn; nach den damaligen Massstäben waren sie gleichermassen modern wie komfortabel – es gab sogar elektrische Beleuchtung! Zwei dieser Wagen, 474 und 475, wurden 1936 zu Begleitwagen für den Triebwagen T1 umgebaut.
      1988 wurden alle Wagen dieser Serie komplett überarbeitet und modernisiert, unter anderem bekamen sie völlig neue Wagenkästen. Sie besitzen alle ein Gepäckabteil, so dass in den 14,5 m langen Wagen nur 41 Sitzplätze zur Verfügung stehen.

900-472
900-472 (Drei Annen Hohne, 23. Juli 2006)
900-475
900-475 (Drei Annen Hohne, 8. Juli 2007)

 

Cabrio-Wagen

      Eine Spezialität ist der auf der Seite über den Traditionszug vorgestellte „Cabrio-Wagen“ 99-03-90. Hier zeige ich Ihnen diesen besonderen Personenwagen der Vollständigkeit halber noch einmal:

99-03-90
99-03-90 (Drei Annen Hohne, 30. Juni 2007)

Fussnoten:

  1. Die LGB-Modelle mit Werbebeschriftung (Übersicht in „LGB-Fahrzeug-Archiv: Die vierachsigen Reisezugwagen der HSB“; LGB-Depesche 2/2008, S. 58–61) wie auch der Café-Wagen haben alle die falschen Vorbilder (zu kurz, sechs Fenster), obwohl sie mit den korrekten Betriebsnummern ausgeliefert werden.

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Erste Veröffentlichung am 17. August 2008, letzte Bearbeitung am 15. Oktober 2012.


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