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Schmalspurbahnen im Harz

Fahrzeuge – Rollböcke und Rollwagen

      Auf der Selketalbahn (GHE) wurde der gesamte Güterverkehr bis 1984 mit schmalspurigen Güterwagen abgewickelt; das Lichtraumprofil erlaubte keinen Rollbock- oder Rollwagenverkehr. (Ein Regelspurfahrzeug auf Rollböcken wird als „aufgebockt“, auf Rollwagen als „aufgeschemelt“ bezeichnet.)
      Erst mit der Wiedereröffnung der Strecke Straßberg – Stiege wurde Stiege – Alexisbad für Rollwagen angepasst.

      Die Harzquerbahn (NWE) war vom Lichtraumprofil von Beginn an auf Rollbockverkehr ausgelegt. Rollböcke kamen auf den Strecken Nordhausen – Ilfeld und Wernigerode – Hasserode zum Einsatz. (Zu den zahlreichen Industrieanschlüssen dort finden Sie mehr auf der Seite über Hasserode.) Teilweise beschafften die Bahnkunden auch eigene Rollböcke; eine umfassende Übersicht finden Sie bei Bethke/Finke/Schweers.
      Ein grundsätzliches Problem bei Rollbockverkehr sind die Bremsen. Die NWE benutzte teilweise gebremste Rollböcke, wickelte den Verkehr jedoch zum grössten Teil mit ungebremsten Rollböcken ab, so dass zusätzliche Bremswagen im Zug mitlaufen mussten.

      Sogar in neuerer Zeit kamen noch Rollböcke in den Harz; die HSB bekam von Bombardier (früher Vevey) 1998 zehn brandneue Rollböcke. Das Auf- und Abbocken geht dank neuer Technik sehr schnell und ist deutlich weniger personalintensiv als früher; die Fahrzeuge sind gebremst. Für den Rollbockverkehr wurden Loks der Baureihe 199 entsprechend umgebaut. Verkehr mit Rollböcken gibt es derzeit nur noch zum Hartsteinwerk Unterberg, einem zur → Kemna Bau gehörenden Steinbruch.

Rollbock in Hasselfelde
Rollbock in Hasselfelde Ein Rollbock alten Typs, in dem die Achse des Regelspurwagens in einer Gabel gelagert wurde, ist im Eisenbahnmuseum im Bahnhof Hasselfelde zu sehen (28. Juni 2007).
Rollböcke in Wernigerode-Westerntor
Zwei Rollböcke in Wernigerode-Westerntor (29. Juni 2007).

 

      Rollwagen kamen in den frühen sechziger Jahren zur Harzquerbahn. Für den Betrieb mit aufgeschemelten Regelspurwagen waren teilweise Anpassungen des Lichtraumprofils erforderlich, aber der Aufwand lohnte sich: Die gesamte Linie war mit Rollwagen befahrbar; etwa die Hälfte des Bestandes an schmalspurigen Güterwagen wurde verschrottet.
      Bei der Selketalbahn wurde erst nach dem Anschluss an die Harzquerbahn 1983 die Strecke Stiege – Alexisbad für den Rollwagenbetrieb eingerichtet.

      Betrieblich war der Rollwagenverkehr mit Stangenkupplungen mindestens so aufwändig wie der mit Rollböcken; das erhebliche Leergewicht eines Rollwagens (9 Tonnen) bedeutete ausserdem eine gewisse Einschränkung. 1998 endete der Rollwagenverkehr im Plandienst, als der Verkehr zum letzten Kunden, dem Hartsteinwerk Unterberg (s.o.), auf die modernen Vevey-Rollböcke umgestellt wurde. Die meisten Rollwagen wurden verkauft oder verschrottet; einige wenige begegnen uns noch bei der HSB (s. auch „Feuerlöschzüge“).

Rollwagen in Benneckenstein
Den 1962 gebauten Rollwagen 99-06-07 fanden wir am 2. Juli 2007 in Benneckenstein.
Rollwagen in Drei Annen Hohne
99-50-94 in Drei Annen Hohne (27. Juni 2007):
Im Bild oben sieht man gut, welche Höhe ein aufgeschemelter Regelspurwagen erreicht.
Die Ladeschiene, auf der er steht, liegt 51 cm über der Schienenoberkante.
Das untere Bild zeigt die an Rollwagen verwendete Kuppelstange.
Bei der Zugbildung müssen zusätzlich noch die Bremsleitungen angeschlossen werden.
Rollwagen in Drei Annen Hohne

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Erste Veröffentlichung am 17. August 2008, letzte Bearbeitung am 15. Oktober 2012.


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