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Der Lexus LS 400 – Teil 2: Die zweite Generation

      Fünf Jahre lang baute Lexus den LS 400, der mit dem internen Code UCF10 bezeichnet wurde. 1992 gab es eine Überarbeitung (Facelift); dieses mehr technisch als optisch modifizierte Modell wird als UCF10 II bezeichnet. Allmählich wurde es aber Zeit für einen neuen LS; die Konkurrenz, allen voran BMW und Mercedes, hatte längst neue Modelle auf dem Markt, und Lexus musste nachziehen.

UCF20 – Evolution statt Revolution
      Im November 1994 wurde die zweite Generation des LS 400 vorgestellt (Modelljahr 1995). Einen Nachfolger für den immens erfolgreichen LS zu schaffen, stellte die Designer bei Toyota/Lexus vor eine schwierige Aufgabe. Das Auto sollte erkennbar neu sein, aber keine allzu radikale Abkehr vom Vorgänger darstellen. Eine Familienähnlichkeit musste innerhalb der noch relativ jungen Marke erhalten blieben. Verantwortlich für den neuen LS war ein Dreierteam: Kazuo Okamoto war der Chefingenieur des LS-Projekts, Makoto Oshima zeichnete für das Aussen-, Michikazu Masu für das Innendesign verantwortlich. Okamoto umriss die Aufgabe mit den Worten „We needed to carry over and deepen the LS 400’s identity. A tradition cannot be founded if you reject the first generation.“
      „Wir mussten die Identität des LS 400 übernehmen und vertiefen. Man kann keine Tradition begründen, wenn man die erste Generation ablehnt.“ (Zitiert aus Dawson, Lexus – The Relentless Pursuit)

1. Generation Lexus LS 2. Generation Lexus LS
Lexus LS – Erste Generation (links) und zweite Generation (rechts)
(Copyright © Toyota Deutschland GmbH, Lexus Division)
 

      Vielleicht war im UCF20 aber doch noch zuviel UCF10 – in der Presse und in der öffentlichen Wahrnehmung war die Reaktion auf den neuen LS, vor allem nach der Euphorie, mit der das erste Modell begrüsst wurde, bemerkenswert kühl. Natürlich war dieser neue Lexus immer noch ein hervorragendes Auto, das in allen wichtigen Kriterien (Platzangebot, Gewicht, Leistung, Ausstattung, Benzinverbrauch) besser war als der Vorgänger, aber er räumte den Markt nicht mehr so eindrucksvoll auf wie sein Vorgänger. Die Konkurrenz hatte in den letzten fünf Jahren auch nicht geschlafen, und ein Lexus setzte sich nicht mehr so dramatisch von seinen Mitbewerbern ab, wie das noch bei der Vorstellung des ersten LS der Fall gewesen war.
      Erste und schmerzhafte Folge einer vielleicht zu konservativen Modellpolitik: 1995 übernahm Mercedes von Lexus wieder Platz 1 bei den Zulassungen ausländischer Luxus-Fahrzeuge. Dazu kam, dass in der Mitte der neunziger Jahre massive Beschränkungen bzw. Zusatz-Zölle für japanische Importautos diskutiert wurden. Für einen voll ausgestatteten LS 400 drohte damit ein Preis von US$ 100 000,– – das Auto wäre nicht mehr zu verkaufen gewesen.

      Anfang/Mitte der neunziger Jahre setzte ausserdem der grosse SUV-Boom ein. (Der Chronist erwarb, damit voll im Trend liegend, seinen ersten Grand Cherokee im Jahr 1993 …) Angesichts dieser Situation – rückläufiger Absatz der Luxuslimousinen, Nachfrage nach Geländewagen – traf Lexus eine marktpolitisch kluge Entscheidung: Die Baureihe LX (nie auf dem europäischen Markt) wurde vorgestellt. Dieser Lexus LX war im Grunde ein aufgewerteter Toyota Land Cruiser, aber er traf ins Schwarze. 1997 brachte für Lexus insgesamt eine deutliche Wende zum Besseren mit der Einführung eines neuen ES im September und der zweiten Generation des Lexus GS im November.
      Was wurde in dieser Zeit aus dem LS 400? Leider konnte diese Weltklasse-Limousine nie an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen. 1998 konnten noch knapp 21 000 LS verkauft werden, bis 2000 sank diese Zahl auf 15 871 – den niedrigsten Wert seit Einführung der Marke im Jahr 1989. Das änderte sich drastisch mit der Einführung des Nachfolgers im Oktober 2000: Der LS 430 hatte nicht nur einen komplett neuen, stärkeren Motor (wie schon der Modellbezeichnung zu entnehmen ist), sondern war ein in fast allen Aspekten neues Auto, das von der Presse begeistert aufgenommen wurde und sehr schnell wieder an die grossen LS-Zeiten anknüpfen konnte. Der 430 ist aber nicht mehr unser Thema.

3. Generation Lexus LS
Lexus LS 430 – Die dritte LS-Generation (UCF30)
(Copyright © Toyota Deutschland GmbH, Lexus Division)
 

Die zweite Generation des LS 400 im Detail

2. Generation Lexus LS
Lexus LS – Die zweite Generation (1995 – 2000)
(Copyright © Toyota Deutschland GmbH, Lexus Division)
 

      Fünf Punkte habe ich oben genannt, in denen die zweite Generation des LS 400 dem Vorgänger überlegen war: Platzangebot, Gewicht, Leistung, Ausstattung, Benzinverbrauch. Schauen wir diese einmal der Reihe nach an:

      Auf den ersten Blick ist der UCF20 von seinem Vorgänger am einfachsten zu unterscheiden, wenn Sie auf die Scheinwerfer und Rückleuchten achten: Beide Leuchteinheiten waren beim LS 400 der ersten Generation deutlich weiter um die Fahrzeugecken herumgezogen. Hier der direkte Vergleich:

1. Generation Lexus LS
Lexus LS 400 – Die erste Generation
(Abb aus 1990 LS 400 Owner’s Manual)
 
2. Generation Lexus LS
Lexus LS 400 – Die zweite Generation
(Abb aus 1995 LS 400 Owner’s Manual)
 

      Hier der direkte Vergleich der Fahrer-Arbeitsplätze:

1. Generation Lexus LS
Lexus LS 400 – Die erste Generation
(Abb aus 1990 LS 400 Owner’s Manual)
 
2. Generation Lexus LS
Lexus LS 400 – Die zweite Generation
(Abb aus 1995 LS 400 Owner’s Manual)
 

      Im September 1997, zum Modelljahr 1998 also, erschien eine mit dem Code UCF20 II bezeichnete überarbeitete Version der 2. Generation. Optisch unterschied sich diese Version sehr deutlich vom Vorgänger und nahm schon Stilelemente des Nachfolgers LS 430 (UFC30) vorweg. Besonders auffällig ist die neue Linie der leicht von innen nach aussen ansteigenden Frontscheinwerfer.

Lexus LS 400 UCF20 II
Lexus LS, 2. Version der 2. Generation (UCF20 II)
(Copyright © Toyota Deutschland GmbH, Lexus Division)
 

      Hier noch einmal die Entwicklung der Frontpartie von der 2. Generation zum Nachfolger LS 430:

Lexus LS 400 UCF20 Lexus LS 400 UCF20 II Lexus LS 430 UCF30
Lexus LS: Vom eckigen Scheinwerfer zur Tropfenform
Links: LS 400, 2. Generation, 1. Version (UCF20)
Mitte: LS 400, 2. Generation, 2. Version (UCF20 II)
Rechts: LS 430 (UCF30)
(Copyright © Toyota Deutschland GmbH, Lexus Division)
 

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Erste Veröffentlichung am 24. April 2010, letzte Bearbeitung am 26. März 2013.


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