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Cailler MOB
 
Compagnie du chemin de fer
Montreux – Oberland Bernois

 
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2001

MOB  ·  Montreux – Oberland Bernois

Der „Golden Mountain Pullman Express“ von 1931:
Vorbild und Modell

Die Geschichte des „Golden Mountain Pullman Express“

      Im Auftrag der CIWL (Compagnie Internationale des Wagons-Lits et des Grands Express Européens) wurden bei der SIG in Neuhausen vier Salonwagen gebaut, die bei der MOB 1931 in Dienst gestellt wurden und den „Golden Mountain Pullman Express“ von Montreux nach Zweisimmen bildeten.
      Zusätzlich liefen in diesem Zug zwei Salonwagen der MOB.

      Insgesamt standen also für den Pullmanzug folgende Wagen zur Verfügung:

      Der AB4 102 bot bereits 1914 ein völlig neues Design, das mit den AB4 103–106 wieder aufgenommen wurde: Statt der bis dahin üblichen Fenstergrösse von 1,2 x 0,9 m hatte der Wagen „Erker“ mit feststehenden Seitenteilen, die sogar einen Blick nach vorn in Fahrtrichtung erlaubten; diese Erker waren 1,6 x 1,1 m gross (s. Bild unten). Er war damit im Grundkonzept ein Vorläufer der Panoramawagen.

      Ein edler Zug, sogar ein preisgekrönter Zug: 101 und 102 wurden anlässlich der Schweizer Landesausstellung 1914 in Bern mit einer Goldmedaille ausgezeichnet!
      (Bilder eines aktuellen Einsatzes dieser beiden Wagen finden Sie auf einer anderen Seite.)

      Die typische Zugkomposition bestand aus zwei BFZe 4/4 in Doppeltraktion (s.u.), den Pullmanwagen und einem Speisewagen.

Ars 101
Ars 101
Ars 101 am 18.4.2004 in Montreux (oben)
und am 16.4.2005 in Zweisimmen (unten)

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As 102
As 102 am 16.4.2005 in Zweisimmen (oben);
unten Details dieses Wagens

Copyright © 2005 C. Ozdoba
As 102 As 102

      Diesem luxuriösen Zug war leider kein Erfolg beschieden, da seine Einführung in der Sommersaison des Jahres 1931 in die beginnende Weltwirtschaftskrise fiel – man hatte kein Geld mehr für Urlaubsfahrten in Luxuszügen.

      Am 14.6.1931 wurden die vier Pullman-Wagen bei der MOB eingeweiht und ab dem folgenden Tag im Sommerfahrplan 1931 eingesetzt. Sie tanzten nur einen Sommer: Bereits mit Ende des Sommerfahrplans im September 1931 war, nach nur drei Monaten, auch das Ende des fahrplanmässigen Einsatzes dieser Wagen gekommen.

      Die speziell für diesen Luxus-Express bestellten 6-achsigen Gelenk-Triebwagen FZe 6/6 2001 und 2002 wurden erst 1932, also nach der einzigen Saison, in der dieser Zug verkehrte, in Dienst gestellt. Während der aktiven Saison der Pullmanwagen, 1931, wurden für die Luxuszüge die BFZe 4/4 23–26 eingesetzt. Nr. 24 erhielt als einziger dieser vier Triebwagen die Pullman-Lackierung in dunkelblau/crème.

      Im Jahr 1932 gab es dann noch vereinzelte Sonderfahrten mit den Pullmanwagen, und es gibt zu Werbezwecken vom Hersteller der Triebwagen, der BBC (Brown, Boveri & Cie.), angefertigte Fotos, die einen Golden Mountain Pullman Express mit einem FZe 6/6 zeigen. (Sie finden ein Bild einer solchen Komposition auf dem Schutzumschlag von Grandguillaume et al. Band 1; s. „Literatur“.)

      Die CIWL hatte im Jahre 1931 für die vier Wagen 371'413,– Franken bezahlt; im Herbst 1938 bot sie die Wagen der RhB an, die von dieser zum Stückpreis von 30'000,– Franken gekauft wurden.
 

Der „Golden Mountain Pullman Express“ im Modell

      Der Modellbahner konnte die traumhaft schöne Komposition aus dem Jahr 1931 lange Zeit nur mit dem Modell des BFZe 4/4 Nr. 24 von Lemaco und den MOB-Salonwagen von Bemo vorbildgetreu nachbilden:

Golden Mountain Pullman Express 1931 im Modell (Lemaco und Bemo)
Golden Mountain Pullman Express 1931.
(Falls Puristen etwas an der Oberleitung auffällt: Ja, es ist
ein RhB-Diorama – aber das stört den Gesamteindruck nicht.)
Diorama gebaut von Stefan Grieb (→ www.steinbogenviadukte.de).

      Da sich nur 95 Modellbahner das Vergnügen gönnen können, diesen vorbildgerechten Zug einzusetzen – mehr hat Lemaco von dieser Version des BFZe 4/4 leider nicht gebaut –, gab es als Alternative nur noch das bei Fulgurex erschienene (sehr teure) Modell des FZe 6/6.

      Die Firma Bemo, die sich erfreulicherweise zunehmend bei Modellen von MOB-Fahrzeugen engagiert, hat 2006 den FZe 6/6 2001 als Exclusiv-Modell herausgebracht und damit die ideale Ergänzung zu den im eigenen Haus angebotenen MOB-Salonwagen geschaffen. Seit Januar 2009 besitze ich dieses Modell; Bilder finden Sie auf der Seite über die FZe 6/6.


Copyright © 2004 – 2009 und verantwortlich für den Inhalt: Christoph Ozdoba.
Erste Veröffentlichung am 1. Juni 2004, letzte Bearbeitung am 29. Juni 2009.


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