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Nikon-Digitalkameras

Die Nikon D1X

      Siehe dazu auch „Galerie – Bilder mit der D1X“.

Nikon D1X
Meine D1X

      Als sie 2001 erschien, kostete diese Kamera in Deutschland 14'500,– Mark; rund 11'000,– Franken waren hier in der Schweiz für das absolute Flaggschiff der Nikon-Profiklasse fällig. Dafür erhielt der Käufer damalige High-Tech auf höchstem Niveau.

      Diese Markteinführung liegt gerade einmal sieben Jahre zurück; eine gut erhaltene F5 des gleichen Baujahres wird heute auf dem Gebrauchtmarkt zu ca. 20–25% ihres Neupreises gehandelt. Digital geht die Entwicklung sehr schnell weiter, und sehr viel schneller verfallen die Preise: Als ich eine D1X im Januar 2007 für Fr. 798,– fand, war klar, dass dies mein Einstieg in die Welt der digitalen Spiegelreflexkameras sein würde – ein Betrag von 7% des Neupreises für eine so phantastische Kamera ist kein Kaufpreis mehr, sondern eine Art Anerkennungsgebühr für die Bemühungen des Händlers …

      Was mag im Kopf des Verkäufers vorgegangen sein, der Ende Februar 2007 auf eBay eine D1X für € 6'500,– anbot? (Natürlich hatte die Kamera keine Speichererweiterung installiert.) Falls Sie, lieber Anbieter, das lesen: Willkommen in der Realität!

      Ich habe mich schnell an die D1X gewöhnt, und sie deckte lange meine Digital-Bedürfnisse bestens ab. (Das Bessere ist der Feind des Guten, sagt man – die D3 musste ich dann einfach haben.)
      Es gibt Fotografen, die bei 5,4 Megapixel die Nase rümpfen – was man denn mit dieser „Technik von gestern“ heute noch wolle? Leider konnte mir bislang niemand diesen Megapixel-Wahn schlüssig erklären; wozu 12 oder 14 Megapixel, wenn man dann die Bilder auf dem PC betrachtet? Lassen wir das also einmal aussen vor; wir nehmen zur Kenntnis, dass es auch höher auflösende Kameras gibt, und schauen uns die D1X einfach näher an.

      Als ich sie zum ersten Mal in die Hand nahm, hatte ich das Gefühl, die D1X sei eine digitale F5. Tatsächlich haben F5 und F100 bei der Entwicklung des Vorgängermodells, der D1, Pate gestanden. Die Bedienung war daher problemlos und beinahe selbst erklärend; viele Bedienelemente liegen genau so, wie man das als F5-Fotograf kennt.

      Erst der Blick auf die Kamera-Rückseite zeigt das typisch „Digitale“ an dieser Kamera; Quality, White Balance und Monitor kennt der F5-Fotograf nicht:

D1X hinten

 


      Die technischen Daten und Ausstattungsdetails der D1X muss ich hier nicht aufzählen; das komplette Handbuch können Sie auf der ausserordentlich kundenfreundlichen Nikon-Website auch heute noch herunterladen. Ich möchte einige Aspekte beleuchten, die für den Betrieb wichtig sind:

Stromversorgung

      Die D1X verwendet, wie alle D1-Modelle, einen Nickel-Metallhydrid-Akku (Ni-MH), die Nikon-Typenbezeichnung lautet EN-4 (7,2 V). Hier merkt man, dass die Technik weitergegangen ist; Ni-MH-Akkus kennen, im Gegensatz zu den neueren (alle D2-Typen und D3) Lithium-Ionen-Akkus des Typs EN-EL 4a (11,1 V), noch einen „Memory-Effekt“, und damit ist die Lebensdauer, trotz der Refresh-Funktion des Schnellladegeräts MH-16, naturgemäss begrenzt.

      Der Neupreis des EN-4 liegt bei rund Fr. 400,–. Das ist viel Geld, und erschwerend kommt dazu, dass Sie diesen Akku für eine sieben Jahre alte Kamera kaum noch irgendwo finden. Was tut man also als D1X-Fotograf?
      Früher haben Hersteller gerne vor der Verwendung von Fremdfabrikaten gewarnt. Nikon verzichtet darauf, die Kunden mit solchen (ohnehin meist unbegründeten) Hinweisen zu erschrecken und schreibt vernünftigerweise im Handbuch zur D1X „Verwenden Sie nur Akkus, die für Ihre Kamera geeignet und zugelassen sind.“

Original-Akku und Fremdfabrikat
Original EN-4 (oben) und Fremdfabrikat (unten)

      Im Internet finden Sie mit ein bisschen Suchen leicht einen EN-4-kompatiblen Akku für relativ wenig Geld. Der oben gezeigte Akku bietet mit 2400 mAh 20% mehr Kapazität als das Original, kostete aber nur ca. € 75,–.

 


Speichererweiterung

      Der eingebaute Speicher der D1X erlaubte die Serienaufnahme von neun Bildern im JPEG- und sechs Bildern im RAW-Format. Ende 2002 bot Nikon eine Speichererweiterung an, mit der sich diese Werte auf 21 bzw. 14 Bilder steigern liessen. Dieses memory upgrade konnte nur bei Nikon installiert werden; der Preis in den USA betrug US$ 234,–, nach meinen Informationen lag er in Europa bei etwa € 250,–. Wenn Sie eine gebrauchte D1X erwerben wollen, überprüfen Sie, ob diese Speichererweiterung installiert ist; heute lässt sie sich nicht mehr nachrüsten. Schalten Sie dazu die Kamera auf Serienaufnahme und tippen Sie den Auslöser bis zum ersten Druckpunkt an. Wenn unter C-REM die Zahl „21“ erscheint, ist die Erweiterung installiert, bei „9“ nicht.

 


Einstellscheibe mit Gitter

      Das erste Zubehörteil, das ich für alle meine Gebrauchs-Nikons, von der F90 (1993) bis zur D3 (2008), beschafft habe, ist eine Gitter-Einstellscheibe. (Bei reinen Sammlerstücken habe ich darauf verzichtet.) Für Landschafts- und Architektur-Aufnahmen, meine bevorzugten Sujets, ist sie ausserordentlich hilfreich, um gerade Horizontlinien und wirklich senkrechte Vertikale im Bild zu bekommen.
      Auch für die D1-Modelle gab es diese Einstellscheibe E mit Gitterteilung. Als ich 2007 meine D1X kaufte, war sie bei Nikon nicht mehr erhältlich, also blieb nur die Suche im Web.

Niko Niko meint dazu:

      In der Bedienungsanleitung zur D1X steht „Verwenden Sie nur Einstellscheiben, die für die Kameras der D1-Serie vorgesehen sind.“
      Dazu ein Tipp, den Sie bei Nikon nicht finden: Die Einstellscheibe E zur F100 funktioniert hervorragend in der D1X – und sie ist wesentlich leichter zu finden als die „offizielle“ D1-Version.

 


Nützliches Zubehör

Hoodman D1 Combo Hoodman montiert

      Der Monitor-Schutz der Firma → Hoodman ist ein äusserst nützliches Teil. Sie haben damit nicht nur eine kratzfeste Abdeckung des LCD-Monitors, sondern durch den Gummibalgen auch eine deutliche Kontraststeigerung, die sich vor allem beim Fotografieren im Freien bei Sonnenschein bemerkbar macht. Zusätzlich kann sogar noch eine zweifach vergrössernde Linse in den Balgen eingeklemmt werden (die ich allerdings nicht nutze).
      Der einzige Nachteil: In Europa führt diese Teile kaum jemand; Sie können direkt bei Hoodman bestellen, aber die Versandkosten sind in Relation zum Preis des Teils leider recht hoch. Es lohnt sich trotzdem!

 


Reinigung des CCD-Sensors

      Der Bedienungsanleitung entnehmen wir die Information, dass der Sensor nicht direkt zugänglich ist; er ist nach vorn durch einen Tiefpassfilter abgedeckt. Um die Reinigung dieses Filters geht es.
      Er ist natürlich nur bei hochgeklapptem Spiegel zugänglich; es gibt eine eigene Individualfunktion, mit der man den Spiegel hochklappen kann (Funktion 8, Spiegelstellung / Wartungsposition).

      Das funktioniert aber nur, wenn die Kamera an das (optional erhältliche) Netzteil EH-4 angeschlossen ist. Mir ist, ehrlich gesagt, nicht klar, wieso nicht ein voll aufgeladener Akku die gleiche Funktion übernehmen kann. Also muss man wohl, ob man will oder nicht, noch ein Zubehörteil kaufen – oder doch nicht?

Niko Niko meint dazu:

      Es geht auch ohne EH-4; alles, was Sie brauchen, ist der Kabel-Auslöser MC-30.
      (Den Original-MC-30 finden Sie für 10 Dollar bei eBay – es besteht keine Notwendigkeit, auf die Nachbauten von Nova oder JJC auszuweichen.)

  • Schliessen Sie den MC-30 an die entsprechende Buchse an der Vorderseite an.
  • Stellen Sie die Belichtungssteuerung auf manuell (Mode M).
  • Drehen Sie am Zeitenrad bis zur Stellung bulb.
  • Betätigen Sie den Auslöser am MC-30 und stellen Sie den Schiebeschalter auf LOCK.
  • Der Spiegel ist hochgeklappt, und Sie können in aller Ruhe die erforderliche Reinigung vornehmen.
  • Stellen Sie den Schieber am MC-30 zurück. Der Spiegel klappt wieder herunter.
So einfach ist das, wenn ein kleiner Hund sich der Sache annimmt!

Literatur:


Copyright © 2008 und verantwortlich für den Inhalt:

Erste Veröffentlichung am 24. März 2008, letzte Bearbeitung am 24. März 2008.


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