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Nikon-Digitalkameras

Nikon-Objektive an der Panasonic Lumix DMC-G1

Panasonic Lumix DMC-G1

      Die beste Ehefrau von allen konnte ich irgendwie nie so richtig ans Fotografieren bringen. Keine meiner Nikons konnte sie überzeugen, sich diesem schönen Hobby einmal selbst wirklich intensiv zu widmen. Also bekam sie ihre eigene Nikon – die kompakte und leichte FM 10 (die ich Ihnen demnächst auf einer eigenen Seite vorstellen werde). Echte Begeisterung konnte diese Kamera auch nicht wecken …

      Irgendwann geschah es dann: Bei einem Besuch bei meinem Stammhändler, der Firma → Photovision in Bern, zeigte man uns die gerade neu erschienene Panasonic Lumix DMC-G1 (im Folgenden kurz als G1 bezeichnet). Bei meiner Holden war es Liebe auf den ersten Blick, und so verliessen wir das Geschäft mit einer weinroten G1 mit dem Standard-Objektiv 14–45 mm/3.5. (Das 45–200/4.0 folgte kurze Zeit später.) Ich gebe zu, dass mich diese Kamera auch begeistert; als Freund technischer Innovationen konnte mich diese EVIL-Kamera durchaus überzeugen. („EVIL“ ist ein irgendwie unpassender Begriff, denn sie ist alles andere als bösartig; EVIL steht für „Electronic Viewfinder Interchangeable Lens“, also eine Spiegelreflex-artige Systemkamera, aber eben ohne Spiegel).
 

Abb. links: Die G1 mit dem 14–45/3.5

      Heute (7.11.09) waren wir wieder einmal bei Photovision, und man zeigte uns dieses kleine Gerät:

Novoflex MFT/NIK

      Die Firma Novoflex bietet seit einiger Zeit Adapter von Fremdobjektiven auf das MicroFourThirds-System (MFT) an. Das Preisschild an diesem kleinen Teil liess uns erst einmal tief durchatmen: Fr. 342,– sind viel Geld für einen Adapter. Lohnt sich die Investition?

      Der Adapter bietet im Wesentlichen „nur“ die mechanische Kopplung zwischen dem Nikkor und dem MFT-Bajonett. Der Autofokus funktioniert nicht, die Arbeit mit dem MFT/NIK-Adapter (so heisst er bei Novoflex) ist auf Zeitautomatik (Blendenvorwahl) bei Arbeitsblende mit manueller Scharfeinstellung beschränkt. Nicht viel – oder doch? Das „nur“ steht aus gutem Grund in Anführungszeichen: Dieser Novoflex-Adapter kann nämlich auch mit G-Nikkoren umgehen, mit der neuesten Objektivgeneration also, die keinen Blendenring mehr hat und damit keine Möglichkeit der manuellen Blendensteuerung am Objektiv bietet. Andere, preiswertere Adapter bieten diese Möglichkeit nicht.

 

Der Adapter in der Praxis

      Die mechanische Kopplung ist unproblematisch; die mitgelieferte Anleitung ist extrem knapp, enthält aber alle wichtigen Informationen. Zunächst muss der blaue Blendenring im Uhrzeigersinn bis zum Anschlag gedreht werden, dann wird das Nikkor auf dem Adapter und anschliessend das Gesamt-Ensemble auf dem Gehäuse der G1 montiert.

Novoflex MFT/NIK; MFT-Seite Novoflex MFT/NIK; Nikon-Seite
G1 mit Nikkor 24–70/2.8 am Adapter Oben links: Die MFT-Seite des Adapters
 
Oben rechts: Die Nikon-Seite des Adapters
 
Links: Nikkor 24–70/2.8 G an der Panasonic G1
Meldung auf dem Kamera-Monitor Wenn Sie diese Meldung auf dem Monitor der Kamera sehen, haben Sie den Hinweis in der Anleitung nicht beachtet, dass Sie im Kameramenü zunächst die (standardmässig deaktivierte) Option „Auslösen ohne Objektiv“ auf ON stellen müssen.

      Nun kann es losgehen. Ich habe für einen ersten Test das 28–70mm f/2.8 ED-IF AF-S montiert. Die Kamera wird auf „A“ gestellt (Zeitautomatik bei Blendenvorwahl), und dann kommt der für dieses Objektiv ungewohnte Dreh am Blendenring (dem erwähnten und im Bild oben gut erkennbaren blauen Ring am Adapter). Hier müssen Sie „nach Augenmass“ vorgehen – eine Anzeige des aktuell eingestellten Blendenwertes gibt es nicht. Als nächstes folgt die ebenso ungewohnte manuelle Scharfstellung. Bei sanftem Druck auf den Auslöser der G1 wird die resultierende Belichtungszeit angezeigt. Nicht der Gipfel fototechnischen Komforts, aber man kann damit leben!

G1 mit Nikkor 24–70/2.8 am Adapter G1-Objektiv, mit Nikkor 24–70/2.8 am Adapter fotografiert
Links: Ein ungewohnter Anblick: Das 24–70/2.8-Nikkor an der Lumix G1.
 
Oben: Das G1-Objektiv, aufgenommen mit einem Nikkor.

      Dass der Adapter wirklich auf mechanische Kopplung beschränkt ist und keinerlei Informationen vom Objektiv an die Kamera überträgt, wird beim Blick in die → Exif-Daten zu dem oben gezeigten Bild deutlich:

EXIF-Daten mit Adapter
Brennweite des Objektivs und eingestellte Blende lassen sich nicht ermitteln.
(Darstellung mit → GraphicConverter auf einem Mac.)

 

Fazit

      Unkomfortabel bis störend sind bei diesem Adapter zwei Dinge, aber auch das ist relativ: Manuelle Fokussierung ist nichts grundsätzlich Schlechtes; das haben wir jahrelang gemacht (und machen es mit M- und R-Leicas heute noch). Die Abschätzung statt einer echten Anzeige der Blendenöffnung stört da schon eher.
      Schauen wir auf das, was man mit diesem Adapter bekommt: Das gesamte Spektrum der Nikkore von AI-S bis G lässt sich damit an MicroFourThirds-Kameras verwenden. Wenn Sie schon über eine grössere Sammlung (auch älterer) Nikon-Objektive verfügen, eröffnet Ihnen dieses kleine Gerät die Möglichkeit, sie im digitalen Zeitalter weiter zu verwenden, und z.B. das hervorragende 200/4.0 Micro nicht nur an einer F3, sondern auch an einer G1 einsetzen zu können, ist sicher gut 300 Franken wert!


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Erste Veröffentlichung am 7. November 2009, letzte Bearbeitung am 7. November 2009.


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