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Was bringt die Nanokristall-Vergütung?

      Der 23. August 2007 wird vielleicht einmal als Meilenstein in der Nikon-Geschichte gelten. An diesem Tag wurde mit der D3 die erste Vollformat-Digitalkamera vorgestellt, und es wurden zwei Objektive einer ganz neuen Serie präsentiert, die inzwischen schon um einige weitere Modelle erweitert wurde. Diese neue Objektivgeneration zeichnet sich durch eine neuartige Vergütung aus; diese Nanokristall-Vergütung (Nano Crystal Coating) „beseitigt interne Reflexionen bei Objektiven über einen grossen Wellenlängenbereich hinweg praktisch völlig und ist besonders zur Reduzierung von mitunter bei Superweitwinkelobjektiven auftretenden Phantombildern und Gegenlichtreflexen geeignet“ (Nikon-Text).

Nikon Presseerklärung 23.8.2007
Nikon-Presseerklärung vom 23.8.2007

      Das 14–24-mm-Objektiv ist mit diesem Brennweitenbereich konkurrenzlos; dass ich es haben musste, war relativ schnell klar. Weniger überzeugt war ich vom 24–70 – falls jemand noch kein Objektiv in diesem Bereich hat, so schien es mir, wäre es wohl eine sinnvolle Anschaffung, aber ich hatte nun einmal das ausgezeichnete 28–70 2.8 AF-S, mit dem ich sehr zufrieden war. Ein neues (und nicht ganz billiges) Objektiv zu kaufen, um in den Genuss eines um vier Millimeter grösseren Brennweitenbereichs zu kommen, schien mir etwas zu aufwändig, und ob diese Nanopartikel eine Neuanschaffung rechtfertigten, schien mir etwas zweifelhaft.

Meine beiden ersten Nanokristall-Nikkore
Meine beiden ersten Nikkore der neuen Generation

      Wie die Abbildung zeigt, habe ich mich doch entschieden, sie beide zu kaufen. Meine anfängliche Skepsis, die neue Nanokristall-Vergütung sei eine Innovation, die sich gut vermarkten liesse, aber wohl kaum wirklich etwas bringe, schlug in Begeisterung um, als ich bei meinem Händler Bilder sah, die mit diesem Objektiv gemacht wurden.
      Mein gutes altes 28–70 2.8 geht nun also zum Händler und wird bald eine Occasionen-Vitrine beleben (und zweifellos auch einen Käufer finden, denn es ist immer noch ein sehr gutes Objektiv); vorher habe ich noch die Gelegenheit genutzt, beide Objektive direkt miteinander zu vergleichen. Wenn Sie diese Bilder gesehen haben, werden Sie meine Entscheidung wohl verstehen.


Vergleichstest 24–70mm f/2.8G ED AF-S gegen 28–70mm f/2.8 ED-IF AF-S

      Nach der „Papierform“ sind die Unterschiede zwischen den beiden Objektiven nicht sehr gross; Konstruktion und Abmessungen sind ähnlich:

  28–70mm f/2.8 ED-IF AF-S 24–70mm f/2.8G ED AF-S
Optischer Aufbau:
15 Linsen in 11 Gruppen,
ein asphärisches Element

15 Linsen in 11 Gruppen,
drei Linsen ED-Glas,
drei asphärische Linsen,
eine mit Nanokristall-Vergütung
  (Schemazeichnungen Copyright © Nikon AG)
Naheinstellgrenze: 0,7 m 0,38 m
Filterdurchmesser: 77 mm 77 mm
Abmessungen: 88,5 x 121,5 mm 83 x 133 mm
Gewicht: 935 g 900 g

      Das einzig brauchbare Bewertungskriterium für ein Objektiv sind aber nicht technische Daten, es ist die Leistung in der Praxis. Beide Objektive mussten also in identischen Aufnahmesituationen zeigen, was sie können. Die Bilder entstanden am völlig verregneten Karfreitag 2008, nebenbei waren dies die ersten Bilder überhaupt, die ich mit der brandneuen D3 gemacht habe – „first light“ sagt man in der Astronomie.
      Die Kameraeinstellungen: ISO 100, Weissabgleich „Auto“, Zeitautomatik bei Blendenvorwahl, Einzelfeld-AF. Ich habe mit jedem der beiden Objektive dieselbe Szene fotografiert und Aufnahmen bei 28, 50 und 70 Millimeter Brennweite gemacht. Die Bilder wurden als „JPEG Fine“ gespeichert, aus diesen Bildern (Originalgrösse 4256x2832 Pixel) habe ich die unten gezeigten Ausschnitte entnommen. Es erfolgte keinerlei Nachbearbeitung (Tonwerte, Kontrast, Schärfe o.ä.).

28 mm Brennweite

28–70mm f/2.8 ED-IF AF-S

28–70 bei 28 mm

24–70mm f/2.8G ED AF-S

24–70 bei 28 mm

      Der Gewinn an Schärfe mit dem neuen Objektiv ist beachtlich; schauen Sie sich Details wie die Dachziegel oder die Fensterrahmen an.

 

50 mm Brennweite

28–70mm f/2.8 ED-IF AF-S

28–70 bei 50 mm

24–70mm f/2.8G ED AF-S

24–70 bei 50 mm

      Auch hier sind die Konturen der Rohre und der übrigen Gerüstelemente mit dem 24–70 etwas schärfer definiert als mit dem alten 28–70, allerdings ist der Effekt bei dieser mittleren Brennweite nicht so ausgeprägt wie in den Grenzbereichen.

 

70 mm Brennweite

28–70mm f/2.8 ED-IF AF-S

24–70mm f/2.8G ED AF-S

28–70 bei 70 mm 24–70 bei 70 mm

      Am oberen Ende des Brennweitenbereichs sind die Vorteile des neuen Objektivs am deutlichsten. Der Schärfegewinn ist beachtlich! Ausserdem wirken auch die Farben kräftiger – ein Resultat der reduzierten inneren Reflexionen.

 

Fazit

      Mit der neuen Objekiv-Generation ist Nikon ein ganz grosser Wurf gelungen – Kompliment! Ja, sie sind teuer, aber sie sind jeden Rappen oder Cent wert. Bei Neuanschaffungen werden Sie ohnehin in Zukunft voraussichtlich gar nichts Anderes mehr finden, aber auch ein Austausch vorhandener Objektive gegen solche der neuen Bauart ist eine Entscheidung, die Sie nicht bereuen werden.


Literatur:


Copyright © 2008 und verantwortlich für den Inhalt:

Erste Veröffentlichung am 24. März 2008, letzte Bearbeitung am 24. März 2008.


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