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Nikon – Das Spiegelreflex-System seit 1959

Nikons Objektiv-Terminologie

      Während „AF“ für „Autofocus“ noch ziemlich selbst erklärend ist, gilt das für andere von Nikon verwendete Bezeichnungen nicht mehr ohne Weiteres. Die folgende Tabelle soll eine kleine Hilfe sein, damit Sie sich im Dschungel der Bezeichnungen wie ED, IF, VR, PC, DC usw. ein bisschen besser zurechtfinden.

      Einige Bezeichnungen gibt es nur an einem (oder wenigen) Spezialobjektiv(en); diese Bezeichnungen sind grau unterlegt und die entsprechenden Objektive kurz beschrieben.

      Während der gedruckte Katalog Nikkor-Objektive vom Juli 2006 noch das PC Micro-Nikkor 85/2.0 D und zwei Seiten mit manuell zu fokussierenden Objektiven enthielt, sind aktuell (Frühjahr 2008) auf den Websites von → Nikon Deutschland und → Nikon Schweiz nur noch Autofokus-Objektive aufgeführt.
 

Begriffe und Abkürzungen, die in der Bezeichnung des Objektivs verwendet werden
Kürzel steht für deutsch / Erklärung
AF AutoFokus automatische Scharfstellung
AF-G Objektiv ohne Blendenring; beinhaltet „D“-Funktion
AF-I Integral autofocus wie AF, eingebauter Fokussiermotor
AF-S Silent wave wie AF, neue Generation praktisch lautloser Fokussiermotoren
AI automatic maximum Aperture Indexing automatische Übertragung des grössten Blendenwertes
AI-S automatic maximum Aperture Indexing / Shutter wie AI, zusätzlicher Übertragungsmechanismus für Programm- und Blendenautomatik, ausserdem mechanische Codierung für die Brennweite
Auto Springblende (nur bei A- und C-Objektiven, s.u.)
Compensating Makro-Objektiv mit automatischem Blendenausgleich, d.h., bei grösseren Abbildungsmassstäben öffnet sich die Blende automatisch weiter
nur Micro-Nikkor 1:3.5/55 mm Compensating, gebaut 1963–1964
D Distance Objektiv übermittelt Entfernungsinformation an die Kamera
DC Defocus image Control am Objektiv einstellbarer Weichzeichner-Effekt
AF DC-Nikkor 105 mm 1:2D und AF DC-Nikkor 135 mm 1:2D
DX Objektive für die Digitalkameras mit 23,6x15,8-mm-CCD-Sensor, von Nikon ausdrücklich (trotz mechanischer Kompatibilität mit dem F-Bajonett) nicht zum Gebrauch an Kleinbildkameras empfohlen
E Serie von preiswerten Objektiven mit weniger anspruchsvoller Mechanik, aber guter Optik; diese Objektive heissen nicht „Nikkor“, sondern „Nikon Series E“
ED Extra low Dispersion Glassorte mit extrem niedriger Dispersion zur Farbkorrektur
G Objektive ohne Blendenring; die Blende lässt sich nur an der Kamera einstellen und wird an das Objektiv übertragen.
GN Guide Number Leitzahl; Objektiv mit Kupplung zwischen Entfernungs- und Blendenring nach mechanischer Eingabe der Leitzahl des Blitzgerätes
nur Nikkor 1:2,8/45 mm GN, gebaut von 1968–1977 (nicht-AI)
IF Internal Focusing Innenfokussierung
IX-Nikkor generelle Bezeichnung für die Objektive zu den Nikon-APS-Spiegelreflexkameras
Medical spezielles Makro-Objektiv mit integriertem Ringblitz für Anwendungen in Medizin und Wissenschaft (z.B. Fotografie der Mundhöhle)
in verschiedenen Versionen (5,6/200, 4.0/120) seit den sechziger Jahren, zuletzt als 4,0/120 IF (AI-S-Kupplung) auf dem Markt
Micro Makro-Objektiv
N New grundlegend überarbeitete (neue) Version; in schwarz auf goldenem Grund auf den seit 2007 schrittweise neu eingeführten Objektiven mit Nanokristall-Vergütung

Beispiel: Mein 24–70/2.8 G
Nikkor generelle Bezeichnung für Nikon-Objektive
Noct Nocturnal extrem lichtstarkes Objektiv für available-light-Fotografie
nur 1:1,2/58 mm Noct, gebaut von 1977–1981 in AI-, ab 1982 in AI-S-Ausführung
OP Orthographic Projection spezielles Fischauge-Objektiv; Belichtung ist an jedem Punkt des Bildes gleich
nur OP Fisheye-Nikkor 1:5,6/10 mm, gebaut von 1968–1976 (nicht-AI)
P Program Objektiv ohne Autofokus, aber mit integriertem Chip für Matrixmessung an modernen AF-Kameras
AI-S-Nikkor 4.0/500 mm P IF-ED, gebaut ab 1988; auch das damals 130'000,– DM teure AI-S Zoom-Nikkor 1200–1700/5.6–8 ED P gehörte in diese Kategorie
PC Perspective Control Shift- und Shift-und-Tilt-Objektive
verschiedene Versionen seit 1965, zuletzt in zwei AI-S-Ausführungen lieferbar (3.5/28 mm und 2.8/35 mm), als Shift-und-Tilt-Objektiv 2.0/85 D bis Ende 2006, seit 2007 24 mm 3.5 D ED PC-E
Reflex Spiegellinsen-Objektiv
UV Objektiv, das durch Verwendung spezieller Gläser für Wellenlängen von 220 bis 1100 nm geeignet ist
früher UV-Nikkor 1:4,5/50 mm, zuletzt seit 1985 lieferbar als UV-Micro-Nikkor 4.5/105 mm (AI-S)
VR Vibration Reduction Objektiv mit eingebautem elektronischem Bildstabilisator
ab Sommer 2000 erstmals im AF VR Zoom-Nikkor 80–400 mm f/4.5–5.6D ED, seither in verschiedenen Versionen

Sonstige Begriffe und Abkürzungen, die im Zusammenhang mit Nikon-Objektiven verwendet werden
ADR Aperture Direct Readout direkte Blendenablesung
CRC Close Range Correction Optimierung für den Nahbereich
MF Manual Focus manuelle Scharfstellung
NIC Nikon Integrated Coating firmeneigene Technik der Mehrschichtenvergütung
(„Integrated“ bedeutet, dass die Vergütung in der optischen Rechnung des Objektivs berücksichtigt wird)
SWM Silent Wave Motor Ultraschallmotor für den Autofokus, s. „AF-S“

 

Objektiv-Bezeichnung auf dem Karton

      Die Abbildung zeigt den Deckel des Kartons eines meiner Nikkore. „Buchstabensuppe“ meinte mein Händler, leicht grinsend …
      Analysieren wir die komplexe Typenbezeichnung einmal im Detail:
AF-S VR Zoom-Nikkor 70–200 mm f/2.8 G IF-ED
 

  • AF-S: Autofokus-Objektiv mit Ultraschallmotor
  • VR: Bildstabilisator
  • Zoom-Nikkor 70–200 mm: Nikon-Zoom-Objektiv mit einem Brennweitenbereich von 70 bis 200 mm
  • f/2.8: Öffnungsverhältnis durchgängig 1:2,8
  • G: Objektiv ohne Blendenring
  • IF: Innenfokussierung
  • ED: Objektiv enthält Gläser mit extrem geringer Farbdispersion

 

Chronologische Übersicht über die Nikon-Objektive für Spiegelreflex-Kameras

A-Typ

      Die ersten Objektive zur Nikon F und Nikkormat FT/FTN. Filterring chrom. Auf der Linse eingraviert „Nikkor“ und eine Buchstabenkombination, welche die Anzahl der eingebauten Linsen in einer gemischt griechisch-lateinischen Kodierung angibt:

U Unus = 1 Linse H Hex = 6 Linsen
B Bini = 2 Linsen S Septem = 7 Linsen
T Tres = 3 Linsen O Octo = 8 Linsen
Q Quattuor = 4 Linsen N Novem = 9 Linsen
P Pente = 5 Linsen D Decem = 10 Linsen

      Freunde der klassischen Sprachen werden daran keine Freude haben: Zahlen über zehn wurden durch einfache „Addition“ der Buchstaben dargestellt, das 15-linsige 15 mm/5.6 z.B. wurde als „PD“ bezeichnet.
      Nur auf den A- und C-Typen findet man noch die Angabe „Auto“ für die Springblende.
 

Nikkor-S Auto
Dieses Nikkor-S Auto ist mein ältestes Objektiv

C-Typ

      Mehrschichtvergütung, äusserlich erkennbar am „Schillern“ im Licht. Weitere Änderungen: Filterring schwarz, Buchstabe „C“ hinter der Buchstabenkombination für die Linsenzahl, z.B. Nikkor-S C Auto. Typ A wurde zwischen 1967 und 1970 durch Typ C abgelöst.
 

K-Typ

      Leicht zu erkennen: Gummibeschichteter Fokussierring, schwarzer Ring für Tiefenschärfe-Skala. Nur kurze Zeit in der Fertigung, ab 1977 abgelöst durch N-Typ.
 

N-Typ

Nicht-AI Blendenmitnehmer spitz Nicht-AI Blendenmitnehmer rund AI-/AI-S Blendenmitnehmer mit Öffnungen
(Alle Abbildungen Copyright © 1999 C. Ozdoba)

      Hier sind wir auf vertrauterem Boden: Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich die AI-Kupplung, die 1977 eingeführt wurde. Die Objektive sind an der zweiten, kleineren Blendenwertskala auf dem Blendenring erkennbar, die in den Sucher eingespiegelt wird (ADR, s.o.); zudem haben sie die typische AI-Steuerkurve an der Rückseite.
      Die Blenden-Mitnehmergabel („Hasenohren“) blieb zwar aus Kompatibilitätsgründen erhalten, es gab jedoch eine Änderung: Während die Mitnehmer aus der Nicht-AI-Ära (die es in spitzer und runder Form gab; Abb. links und Mitte) solide Metallstücke waren, erkennt man AI- und AI-S-Objektive an den durchbrochenen Mitnehmern (Abb. rechts). Damit sollte sichergestellt werden, dass noch genug Licht zum Ablesen der Blendenwerte auf die kleine ADR-Skala fällt. („Bild 1“ in der Abbildung unten zeigt das „Hasenohr“ und die AI-Steuerkurve.)
 

AI-S-Typ

AI- und AIS-Objektive

      Eingeführt 1982. Erkennungszeichen: Kleinster Blendenwert auf der ADR-Skala orangefarben ausgelegt (Abb. links „Bild 2“, Abbildung unten), halbkreisförmige Mulde an der Bajonett-Auflagefläche (Abb. links „Bild 3“: Objektivtypenkerbe).

Technischer Unterschied zu AI: Lineare Blendenbewegung, das heisst, dass jeder Weg, den der Springblendenhebel zurücklegt, den gleichen Betrag an Blendenwertänderung bedeutet. Bei den AI-Objektiven war diese Steuerung progressiv: Am Anfang der Skala konnte ein Millimeter Bewegung z.B. eine Änderung um einen Drittel Blendenwert, am Ende aber um eine ganze Blende bedeuten. Die AI-S-Technik wurde für die damals neue Programmautomatik gebraucht.
      (Abb. links aus Bedienungsanleitung Nikon FA, © Nippon Kogaku 1980, Abb. unten © 2000 C. Ozdoba)

Orange Markierung auf der Haupt- und der ADR-Skala

AF-Typ

      Autofokus-Objektive, eingeführt ab 1986. Sofort erkennbar an den elektrischen Kontakten.

      Obwohl sie durch die Bezeichnung nicht von „normalen“ Autofokus-Objektiven zu unterscheiden sind, muss man zwei Objektive gesondert erwähnen: Das AF 80/2.8 und das AF 200/3.5 ED-IF wurden 1982 zusammen mit der F3AF vorgestellt; diese beiden ersten Serien-Autofokus-Objektive sind speziell für die Verwendung mit der F3AF gebaut worden. Während diese Objektive, ebenso wie der spezielle Telekonverter TC-16, auch noch an der F4 verwendet werden können, sind sie an der F5 und F6 nicht mehr einsetzbar!
 

Serie E

      Preiswerte Serie von Objektiven für Gelegenheits-Fotografen, eindeutig nicht für professionellen Einsatz gedacht. Details auf einer eigenen Seite.


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Literatur:


Copyright © 1999–2009 und verantwortlich für den Inhalt:

Erste Veröffentlichung am 1. Februar 1999, letzte Bearbeitung am 7. November 2009.


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