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Nikon – Das Spiegelreflex-System seit 1959

Die Nikon F-401

      Die auf dieser Seite gezeigte F-401 wurde freundlicherweise von der Firma → Photovision, Bern zur Verfügung gestellt. Merci, Herr Schuler!

Nikon F-401

      „Seit der EM hat kein anderes Modell so viel Verwirrung in der Nikon-Fangemeinde gestiftet wie die F-401. Sollte das etwa die Abkehr von der Profi-Edelschmiede hin zum Knipser-Massenmarkt sein?“

      Dieser Satz aus dem „Nikon-Kompendium“ beschreibt sehr treffend das Unbehagen, das die eingefleischten Nikonisten immer dann ergreift, wenn es bei einer neuen Nikon Spiegelreflex-Kamera allzu einfach und allzu automatisch wird – und bei der F-401 standen genau diese beiden Aspekte im Vordergrund.

      Die 1987 und damit nur ein Jahr nach der F-501 vorgestellte F-401 war Nikons Aufsteiger-Modell für die Besitzer von Kompaktkameras, die in die Welt der Spiegelreflex-Kameras mit Wechselobjektiven einsteigen wollten. Einfach sollte sie sein und möglichst vollautomatisch, eben „eine Spiegelreflex mit dem Bedienungskomfort einer Sucherkamera“ (Nikon-Kompendium).

      Da war es für die Enthusiasten auch nur ein schwacher Trost, dass die 401 das neuentwickelte Autofokus-Modul AM-200 bekam, das mit immerhin 200 CCDs gegenüber den 96 der F-501 aufwarten konnte – etliche Details an der 401 waren eben einfach zu einfach.

Nikon F-401

      Der F-401-Benutzer kommt in den Genuss einer DX-Kodierung und eines automatischen Filmeinzuges, eine Möglichkeit zur manuellen Einstellung der Filmempfindlichkeit gibt es allerdings nicht. Eine Abblendtaste sucht man an der auffällig gestylten Kamera mit dem grossen „Nikon“-Schriftzug am Handgriff (s. Abb. oben), ebenso wie eine Belichtungskorrektur, vergebens. Dafür gab es – wohl aus der Welt der Kompakten übernommen – an der 401 erstmals an einer Nikon-Spiegelreflex-Kamera einen eingebauten Blitz.
      Auswechselbare Einstellscheiben wie bei der F-501 gibt es ebenfalls nicht; die fest eingebaute BriteView-Scheibe entspricht dem B-Typ, also ohne Einstellhilfe (Schnittbild oder Mikroprismen).

      Der Grund dafür ist einfach: Die F-401 setzte konsequent auf Autofokus, und nur auf Autofokus – wohl der Hauptgrund des Unbehagens im Lager der Profis und engagierten Amateure. AI- und AI-S-Objektive sind zwar mechanisch noch ansetzbar, aber mit allen nicht-Autofokus-Objektiven funktioniert an der F-401 nicht einmal die Belichtungsmessung.

      Auch beim Blick durch den Sucher fühlt man sich eher an eine EM als eine F-301 oder F-501 erinnert: Eine grüne Leuchtdiode signalisiert, dass der Autofokus seine Arbeit abgeschlossen hat, ein Blitzsymbol erinnert an Verschlusszeiten unter 1/30 Sekunde, und für die Belichtungseinstellung (die immerhin auch manuell noch möglich ist) muss die bekannte Reihe Minuszeichen – Kreis – Pluszeichen ausreichen; Blende und Verschlusszeit sind somit nur beim Blick auf das Gehäuse abzulesen.

„Image Master Control“ an der F-401

      Die Bedienung der Kamera erfolgt im Wesentlichen über zwei Einstellräder, die sich unter einer Plastikabdeckung auf der rechten Oberseite der Kamera befinden; das Ganze nennt sich dann etwas hochtrabend „Image Master Control“ – Blende und Verschlusszeit hatte man schliesslich auch früher schon eingestellt.
      Neu war an dieser Kamera, dass zur Nutzung aller Automatikfunktionen die AF-Objektive (und nur solche sind ja an der 401 sinnvoll einsetzbar) auf der kleinsten Blende verriegelt werden mussten und die Blendensteuerung über das Einstellrad vorgenommen wurde – heute selbstverständlich.

      Mit Automatikfunktionen kann die F-401 konsequenterweise dann in reichem Masse aufwarten: Blendenautomatik (Blendenrad auf „S“), Zeitautomatik (Zeitenrad auf „A“) und Programmautomatik („S“ und „A“ eingestellt) stehen an einer 401 zur Verfügung, und wer will, kann auch Blende und Belichtungszeit manuell einstellen. Spätestens dann wünscht man sich allerdings eine etwas informativere Sucheranzeige …

      Die Programmautomatik der F-401 arbeitet standardmässig in dem bei der F-501 als „P dual“ bekannten Modus, das heisst, dass bei Brennweiten ab 135 mm automatisch das Kurzzeitprogramm aktiviert wird.

      Die Belichtungsmessung erfolgt über drei Zonen, im manuellen Betrieb und bei Messwertspeicherung wird auf eine mittenbetonte (40:60) Messung umgeschaltet.

      Eine Umschaltung des Autofokus zwischen Schärfe (S)- und Auslöse (C)-Priorität ist nicht möglich; der Autofokus der F-401 arbeitet immer in Schärfepriorität.

Seriennummer an der F-401

      Um Ihnen längeres Suchen zu ersparen: Als ich meine eben erworbene (und inzwischen wieder verkaufte) F-401 in meine Kamera-Datenbank eintragen wollte, hatte ich erhebliche Probleme, die Seriennummer zu finden. Mit der Leuchtlupe habe ich sie dann entdeckt: Unterhalb des in den Boden geprägten „Made in Japan“ – Nikon hat bei der 401 darauf verzichtet, die Nummer farbig auszulegen.

Versionen und Weiterentwicklung

      Neben der, wie erwähnt 1987 vorgestellten, F-401 gab es noch eine Version mit fest eingebauter Datenrückwand, die F-401 QD (für Quartz Data).

      Ende 1988 wurde die weiterentwickelte F-401s vorgestellt. Ein Motor mit höherem Drehmoment verbesserte die Autofokus-Leistung, ausserdem wurden die Einstellrädchen der „Image Master Control“ neu gestaltet und besser gegen unbeabsichtigtes Verstellen gesichert. Der Schriftzug Nikon auf dem Handgriff fiel noch etwas grösser aus – glaubte man, wirklich ganz deutlich machen zu müssen, dass dies eine Nikon war? Eigentlich ist der Stil des Hauses ja immer etwas dezenter gewesen …
      Auch von der F-401s gab es eine Version mit Datenrückwand, die F-401s QD.

F-401s
F-401s Master Control Eigentlich sammle ich ja keine Kameras mehr (wie an anderer Stelle beschrieben), aber dieser F-401s konnte ich nicht widerstehen: Sie stand bei meinem Stammhändler für Fr. 15,– (fünfzehn) in der Occasionen-Vitrine!
Eine Spiegelreflex-Kamera zum Preis einer Pizza – der Preisverfall bei analogen Kameras nimmt schon fast groteske Ausmasse an.
 
Links sehen Sie die Image Master Control, die beim „s“-Modell mit einer zusätzlichen Sperre (dem kleinen weissen Knopf in der Mitte) versehen wurde.

      Grössere Veränderungen brachte dann die letzte Version der 401, die im August 1991 vorgestellte F-401 X. Neben einer erneuten Verbesserung des Autofokus war die wesentlichste technische Änderung ein neues Matrix-Belichtungsmesssystem mit fünf Feldern. Die Leitzahl des eingebauten Blitzgerätes erhöhte sich geringfügig von 12 auf 13, vor Allem aber war der Blitz jetzt in der Lage, auch bei Verwendung eines 28-mm-Weitwinkels das Motiv voll auszuleuchten – dies wohl hauptsächlich im Hinblick auf das 1992 mit der F90 neu vorgestellte AF-D 28–70 mm.
      Das Design wurde gründlich überarbeitet: Die Acrylglasscheibe verschwand, Zeit- und Blendenrad waren jetzt normal zugänglich. Dazu kamen ein Doppel-Selbstauslöser (der damals wohl gerade „im Trend“ lag, vgl. F90!), ein high-eyepoint-Sucher, vorausberechnender („prädiktiver“) Autofokus sowie ein elektronischer Entfernungsmesser.
      In dieser letzten Version war die F-401 X noch bis 1994 erhältlich; mit der „Aufrüstung“ der F90 zur F90X verschwand sie vom Markt.

US-Typenbezeichnungen

      Etliche Nikon-Kameras haben im Laufe der Zeit auf unterschiedlichen Märkten verschiedene Namen gehabt, obwohl es sich technisch um das gleiche Modell handelte. Ein Beispiel ist die Bezeichnung „Nikomat“ auf dem japanischen Markt für die im Rest der Welt als „Nikkormat“ bekannten Kameras. Damit Sie in der Diskussion mit Fotofreunden aus den USA oder beim Lesen der amerikanisch dominierten englischsprachigen Foto-Newsgroups wissen, worum es geht, hier eine kurze Gegenüberstellung:

International USA
F-401 N4004
F-401s N4004s
F-401 X N5005

      Interessant ist dabei, dass Nikon die Änderungen an der F-401 X offenbar als so weitreichend ansah, dass die Kamera auf dem US-Markt eine ganz neue Typenbezeichnung statt des zu erwartenden „N4004x“ erhielt. (Falls Sie sich übrigens fragen, wo denn dabei die F-501 bleibt: Die hiess in den USA aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen N2020.)


Literatur:


Copyright © 1999–2009 und verantwortlich für den Inhalt:

Erste Veröffentlichung am 4. Juli 1999, letzte Bearbeitung am 21. Februar 2009.


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