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Das Spiegelreflex-System seit 1959

Die Nikon F3 HP (High Eyepoint)

F3HP – Anleitung DE-3

      Die F3 HP (zur „HP“ wird sie durch den Sucher DE-3) ist eine ausgesprochen solide gebaute Kamera – dies vorweg für Alle, die immer noch glauben, dass eigentlich nach der F2 die Qualität nie mehr so war wie früher …
      Zugegebenermassen war die F2 das letzte komplett von Hand gebaute Modell, aber die F3 HP vermittelt mit ihrem Metallgehäuse und dem Leergewicht von immerhin 745 g durchaus den Eindruck, dass man auch mit ihr die sprichwörtlichen Nägel einschlagen kann.

      Die Rückwand-Entriegelung funktioniert schnell, braucht aber den Einsatz beider Hände – begreiflich, dass bei der speziellen Presse-Version F3P auf den Entriegelungshebel verzichtet wurde. Trotzdem: Viel besser geht es bei der F5 auch nicht!

F3-HP-Sucher DE-3

      Der HP-Sucher DE-3 ist mit zwei Hebeln leicht zu entriegeln, die Sucherscheiben können ohne Pinzette mit dem Fingernagel entnommen und leicht eingesetzt werden.

      Apropos Fingernagel: Akut gefährdet ist er bei der Bedienung der winzigen Sucherbeleuchtung rechts vorne am DE-3, ebenso eigentlich schon bei jedem Einschalten der Kamera. Trotz begreiflicher Vorbehalte der Konstrukteure gegen ein über die Kamera-Vorderseite herausragendes Teil: Ein 3 mm längerer Hauptschalter wäre eine gewisse Erleichterung.

      Ansonsten gibt es ergonomisch kaum Anlass zur Kritik; natürlich geht heute Vieles einfacher (ich schätze z.B. an der F5 und F6 die Möglichkeit, Belichtungskorrekturen einzustellen, ohne die Kamera vom Auge nehmen zu müssen – auch das erfordert bei der F3 beidhändiges Arbeiten), aber die F3 ist ja nun einmal im Grundkonzept schon fast 30 Jahre alt.

      Schauen wir uns die Kamera weiter an, entdecken wir Alles, was ein Profi-Gerät braucht: Okularverschluss, Spiegelfeststeller, Abblendtaste, Korrekturmöglichkeit um ± 2 Belichtungsstufen in 1/3-Schritten, Messwertspeicherung und Schalter für Mehrfachbelichtung.
      In der ersten Version dieser Seite schrieb ich hier „Warum man übrigens bei späteren Modellen das leuchtende Rot des Okularverschlusses zugunsten einer schwarzen Version aufgegeben hat, weiss ich nicht – ich bin wahrscheinlich nicht der Einzige, der schon einmal z.B. bei Makrofotografie mit der F90 auf dem Stativ erwartungsvoll in das noch verschlossene Okular geblickt und sich dann wieder über die eigene Vergesslichkeit geärgert hat, oder? Also, liebe Nikonisten: Ab der F6 bitte wieder rot!“ Heute wissen wir, dass dieser Wunsch nicht in Erfüllung gegangen ist …

      Der Blendenkupplungshebel kann über eine etwa stecknadelkopfgrosse Taste entriegelt (Achtung, Fingernagel …) und dann hochgeklappt werden, so dass praktisch alle seit 1959 für die erste Nikon F gebauten Objektive anschliessbar sind. Ich habe diese viel zitierte Kompatibilität des Nikon-Bajonetts selbst getestet: Ich kann an der F3 HP ohne irgendwelche Probleme mein ältestes Objektiv, ein Typ A 50/1.4, anschliessen, und die Kamera arbeitet einwandfrei (natürlich bei Arbeitsblende – zum Glück liegt die Abblendtaste Nikon-typisch perfekt).

      Wo viel Licht ist, gibt es immer auch (wenigstens etwas) Schatten, und den finde ich im auch bei der F3 immer noch fehlenden ISO-Blitzkontakt. Ich habe für meine F3 HP ein schönes „historisches“ Stück, einen SB-12, gefunden, der speziell für die F3 als „Hobby-Blitz“ entwickelt wurde und auf den speziellen Blitzschuh unterhalb der Rückspulkurbel passt. Alle anderen Nikon-Blitzgeräte ausser dem SB-17, der F3-Version des SB-15, können nur mit verschiedenen Blitzadaptern an der F3 eingesetzt werden.

      Mein persönliches Fazit: Eine immer noch phantastische Kamera – robust, zuverlässig, mit Allem, was man wirklich braucht. Kein Wunder, dass die F3-Reihe 21 Jahre überlebte und dass gute gebrauchte F3 heute noch zu relativ hohen Preisen gehandelt werden.


Literatur:


Copyright © 1999–2008 und verantwortlich für den Inhalt:

Erste Veröffentlichung am 10. April 1999, letzte Bearbeitung am 24. März 2008.


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