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Nikon – Das Spiegelreflex-System seit 1959

Die Nikon F80

      Der 27. Januar 2000 war ein interessanter Tag bei Nikon: Es wurde nicht nur das erste Objektiv mit „Anti-Verwackel-Technik“ vorgestellt und mit der Coolpix 990 eine neue Digitalkamera präsentiert, sondern es wurde auch das schon länger erwartete Nachfolgemodell für die F70 angekündigt. Die „Neue“ besetzt die in der Nikon-Hierarchie noch freie Zahl und heisst folgerichtig F80.

Nikon F80
Nikon F80
(Abbildung Copyright © Nikon AG)

      Die Aussagen in der Nikon-Pressemitteilung zeigen, wo die F80 platziert wird: „Nun lässt Nikon seinen zwei Top-Modellen eine SLR-Kamera mit integriertem Blitz folgen, die viele innovative Features der Spitzenkameras in sich vereint, mit einem kompakten Design und attraktiven Preis aber auch weniger betuchte Fotoenthusiasten anspricht.“

      Dass Nikon vom Verkauf der F5 und auch der F100 – dies sind die beiden angesprochenen „Top-Modelle“ – allein nicht leben kann, ist klar; was bietet die Firma also dem ambitionierten Amateur mit etwas beschränkterem Budget?

      Um es kurz zu machen: Eine Kamera, die bei mir z.B. durchaus die F90 als Zweitgehäuse zur F5 ablösen könnte – und wenn Sie meine Website kennen, wissen Sie, dass ich, nun ja, ein wenig anspruchsvoll bin …

      Mein erster Eindruck beim Anschauen einer F80-Abbildung war „Haben sie bei Nikon mal wieder an der Abblendtaste gespart“ – falsch, das geht, wie vieles Andere auch, an der F80 elektronisch!
      Ich werde jetzt nicht sämtliche Eigenschaften der F80 aufzählen; die Idee hinter meiner Website ist nicht, das zu wiederholen, was Sie auf den firmeneigenen Websites seitenlang anschauen und herunterladen können.
      Ich möchte Ihnen vielmehr einige der Eigenschaften beschreiben, die mich an dieser Kamera, ohne dass ich sie bisher in Augenschein nehmen konnte, schon rein nach der „Papierform“ durchaus begeistern:

      Falls Sie sich jetzt fragen, wozu man eigentlich noch eine F100 braucht: Gewisse Einschränkungen muss man bei der F80 natürlich in Kauf nehmen, und auch diese möchte ich Ihnen nicht verschweigen:

      Gehen wir doch einmal gerade die letzten Punkte einzeln durch:
      Fehlende wechselbare Einstellscheiben dürften, dank des einblendbaren Gitters im Sucher, in 99% aller Aufnahmesituationen zu verschmerzen sein – Einschränkungen ergeben sich allenfalls im Repro- oder extremen Makro-Betrieb.
      Die Blitzsynchronisationszeit ist zweifellos ein gewisses Manko – die F70 konnte es zwar auch nicht besser, aber das ist bei einem eigentlich in allen Aspekten verbesserten Nachfolgemodell keine schlüssige Erklärung.
      Die maximal 2,5 Bilder/Sekunde sind erstaunlich – schon die F70 kam auf 3,7, ebenfalls nur mit den kameraeigenen Batterien! Für die F80 ist zwar ein externes Batteriepack lieferbar, aber dies bringt keinen Geschwindigkeitsgewinn.
      Die fehlende Belichtungsmessung bei Objektiven ohne eigene CPU wird, nach den ersten Kommentaren, die ich gehört habe, als wirklich gravierende Schwäche der F80 angesehen. Gerade in diesem Punkt muss ich widersprechen: Es ist Nikon hoch anzurechnen, dass die grundsätzliche, geradezu legendäre Kompatibilität des Nikon-Bajonetts bestehen bleibt. Trotzdem: Die Zeit geht weiter, und es wäre unrealistisch, zu erwarten, dass alle Nikon-Gehäuse für alle Zeiten alle Nikkor-Objektive in vollem Umfang unterstützen werden.
      Wer heute eine F80 kauft – nicht als Zweit- oder Drittgehäuse, sondern als erste und mit hoher Wahrscheinlichkeit einzige Spiegelreflex-Kamera – kauft auch die heutigen Objektive dazu. Wer, aus welchen Gründen auch immer, von seinen Lieblingsobjektiven nicht lassen will (ich habe auch einige solche Objektive), wird entweder ohnehin noch ein Gehäuse aus der gleichen Ära dazu haben, oder er muss in Kauf nehmen, dass er sie zwar noch benutzen kann, aber nun einmal als Tribut an den technischen Fortschritt gewisse Einschränkungen in der Bedienung hinnehmen muss.
      Sie erwarten doch auch nicht, dass Ihre DOS-Programme unter Windows NT noch alle laufen, oder? Sehen Sie – und da sind gerade einmal 10 Jahre vergangen, die AI-Kupplung dagegen erschien 23 Jahre (!) vor der F80.

      Ich hoffe, dass Sie meine eingangs gemachte Bemerkung, dass ich mir eine F80 sehr gut in meiner Kameratasche vorstellen kann, jetzt vielleicht nachvollziehen können. Ich halte diese Kamera im Preis-Leistungs-Verhältnis für eines der besten Angebote von Nikon, in ihrer Zeit jeweils vergleichbar mit der F-801 und F90.
      Ich werde die F80 ganz sicher testen, und Sie werden hier sobald wie möglich (leider nicht vor Mai) erste praktische Eindrücke vom Fotografieren mit dieser Kamera lesen können.

 

Die F80 – Modelle und Preise

      Es gibt drei verschiedene F80-Modelle, zwei davon jeweils in Schwarz und Silber.

Nikon F80
Die oben vorgestellte und auf dieser Webseite abgebildete Kamera, lieferbar mit schwarzem und silbernem Gehäuse.
Der empfohlene Verkaufspreis ist für beide Versionen gleich: Fr. 898,–.
(Beide Versionen gibt es, für jeweils Fr. 998,–, auch im Set mit dem AF Zoom-Nikkor 28–80/3.5–5.6D.)
 
Nikon F80D
Die Version mit Datenrückwand, gleichfalls in Schwarz und Silber lieferbar. Preis jeweils Fr. 948,–.
Eine eingebaute Uhr mit einer Ganggenauigkeit von ± 90 Sekunden pro Monat erlaubt, auf Filmen von ISO 32 bis 3200 Datum oder Uhrzeit in das Bild einzublenden. Die Tastatur für die Steuerung der Daten-Einbelichtung befindet sich an der Rückwand des Kameragehäuses.
 
Nikon F80S
Zum Preis von Fr. 1'198,– bietet die nur mit schwarzem Gehäuse lieferbare F80S die Funktionen der F80D sowie zusätzlich, über einen weiteren Schalter an der Gehäuserückwand, die Möglichkeit, Verschlusszeit, Blende und allfälligen Belichtungskorrekturwert auf den Filmsteg zwischen zwei Bildern einzubelichten.

Literatur:


Copyright © 2000 und verantwortlich für den Inhalt:

Erste Veröffentlichung am 31. Januar 2000, letzte Bearbeitung am 31. Januar 2000.


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