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Nikon-Messsucherkameras („Rangefinder“) 1948–1965

Nikon S2

Nikon S2 – Produktionsgeschichte

Nikon S2
Nikon S2
(Abb. Copyright © Foto Arsenal, Nürnberg, mit freundlicher Genehmigung hier verwendet)

      Die S2 löste die „S“ im Dezember 1954 ab. Das erste Exemplar war im Oktober 1954 fertig, bis zur offiziellen Vorstellung der Kamera im Dezember 1954 konnten insgesamt zehn S2 fertiggestellt werden. Der Produktionscode lautete jetzt neu 16FB statt 6FB wie bei allen drei Vorgängermodellen. Unter den Auftragsnummern 16FB-1 bis 16FB-31 sollten insgesamt 57'000 Nikon S2 gebaut werden, insgesamt wurden jedoch nur 56'715 Kameras hergestellt. Die Seriennummern der S2 beginnen mit 6135000.

 

Nikon S2 – Technik

      Man liest gelegentlich, dass die S2 Nippon Kogakus Antwort auf die Kamera war, die auf der photokina (damals noch im April) im Jahre 1954 für Furore gesorgt hatte: Die Leica M3.

      Gemäss Rotoloni wurde jedoch der erste Prototyp der S2 bereits am 28. Juni 1953 fertiggestellt, 10 Monate also, bevor die M3 der Fachwelt zeigte, wie eine moderne Messsucherkamera aussah. Dass bis zur ersten Präsentation der S2 im Dezember 1954 noch eineinhalb Jahre vergingen, ist nicht zuletzt dem Wirken eines Mannes zu verdanken, der für Nikon in den USA sehr viel getan hat: Joseph Ehrenreich. Er besuchte häufig die Fabrik, diskutierte mit den Entwicklern und brachte in diese Diskussionen das ein, was er von Anwendern aus dem professionellen Bereich an Wünschen und Vorschlägen hörte.

      Als die S2 dann am 10. Dezember 1954 offiziell vorgestellt wurde, war schon beim ersten Blick klar, dass hier eine neue Kamerageneration entstanden war. Als erster markanter Unterschied fällt ein deutlich grösseres Sucherfenster als bei den 6FB-Modellen auf, aber das war noch nicht Alles; die S2 markierte in vielen Punkten neue Entwicklungen: Sie war

      Weiterhin gab es eine Filmmerkscheibe an der Unterseite (das kennen die Spiegelreflex-Freunde von der „F“), eine Einstellung für die Blitzsynchronisation (1/50 Sek.) und schliesslich, im Sinne der besseren Alltagstauglichkeit, eine neue Kunstleder-Umhüllung für das Gehäuse. (Die Probleme mit den Belederungen der alten 6FB-Modelle sind heute immer wieder Gegenstand der Diskussion unter Sammlern; bei der S2 entfällt dieses Problem.)

      Während ihrer ganzen Produktionszeit erlebte die S2 nur eine wichtige technische Änderung, die von der SP übernommen wurde; sie ist daher nur an den S2 zu finden, die aus der Zeit stammen, als beide Modelle parallel produziert wurden: An den frühen S2 konnte ein angesetzter Blitz durch Druck auf den Auslöser „gefeuert“ werden, auch, wenn kein Filmtransport vorangegangen und der Verschluss nicht gespannt war. Die SP erhielt eine Einrichtung, die dies verhinderte, und davon profitierten auch noch die letzten S2.

      Äusserlich gab es nur eine grössere Änderung, die allerdings nicht speziell angekündigt wurde: Die sogenannte black-dial-Ausstattung. Man findet sie ab Seriennummer 6180000, ca. 15'000 Kameras wurden in dieser Version gebaut. Bei diesen Modellen sind Bildzähler, Verschlusszeitenrad, Synchronring und Entfernungsrad schwarz mit weissen Zahlen, was die Ablesbarkeit deutlich verbesserte.

      Ein schwarzes Gehäuse konnte ab Oktober 1955 für einen Aufpreis von $ 20,– geordert werden. Interessant dabei ist, dass natürlich auch die schwarzen S2 den Wechsel zur black-dial-Version mitmachten. Da bei den schwarzen Gehäusen immer schon Bildzähler, Verschlusszeitenrad und Synchronwähler in schwarz gehalten waren, lassen sich die schwarzen black-dial- von den schwarzen nicht-black-dial-Kameras nur durch den Entfernungsring (chrom oder schwarz) unterscheiden.

      Einen Motoranschluss gab es für die S2 serienmässig nie, aber auf der National Photographic Exposition (IPEX) im März 1957 wurde eine motorisierte S2 gezeigt! Diese Electrified Sequence Camera lief unter der Bezeichnung S2E; wieviele es davon gab, ob es eine im Werk durchgeführte Modifizierung war oder ob wirklich nur einige wenige Prototypen existieren, ist nicht genau bekannt; immerhin finden sich in den frühen Motor-Gebrauchsanleitungen zur SP Hinweise auf den Betrieb des Motors an einer S2.

Nikon S2 Bedienungsanleitung
Bedienungsanleitung zur S2  – heute schwieriger zu finden als die Kamera
(Abb. Copyright © 1999 C. Ozdoba)

Nikon S2 – Sammlermarkt

      Die S2 ist die ideale Wahl für den Einstieg in die Rangefinder-Welt und vor Allem auch heute noch hervorragend zum Fotografieren geeignet. Ihr Filmformat von 24x36 mm macht sie völlig unproblematisch, die gesamte Handhabung – vom Schnellspannhebel über die Rückspulkurbel bis zum grossen Sucher – ist komfortabler als bei allen Vorgängermodellen, und die doch recht grosse Stückzahl sorgt für vernünftige Preise.

      Die black-dial-Versionen sind etwas teurer, da sie aber ca. 15'000 der insgesamt knapp 57'000 gebauten Exemplare ausmachen, kann man sie noch nicht als selten bezeichnen. Deutlich teurer sind Kameras mit schwarzem Gehäuse; davon gab es insgesamt nur ca. 1'000 Stück.
      Eine Standard-S2 (Chromgehäuse, helle Einstellscheiben) mit einem 1.4/50 sollte in ordentlichem Zustand nicht mehr als DM 2'000,– kosten. Wieviel Ihnen z.B. die kleine Exklusivität einer black-dial-Variante oder die schon echte Rarität eines schwarzen Gehäuses wert ist, müssen Sie anhand der Angebote (die S2 findet man relativ häufig) dann selbst entscheiden …

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Literatur:


Copyright © 1999 und verantwortlich für den Inhalt:

Erste Veröffentlichung am 31. Juli 1999, letzte Bearbeitung am 29. September 1999.


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