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Besuch des Genfer Autosalons (9. März 2011)

Seite 2: Neue Antriebstechnologien

Alle Bilder auf dieser Seite Copyright © C. Ozdoba 2011.

      In den letzten Jahren ist der Genfer Salon immer „grüner“ geworden. Luc Argand, sechs Jahre lang Präsident des Genfer Autosalons (2004–2010), sagte in einem Interview „Befriedigung empfinde ich auch bezüglich der neuen Technologien, die bei meinem ersten Salon als ökologische Alibiübung bewertet wurden, heute jedoch Teil der Automobilszene sind […].“ Der Pavillon vert, der „grüne Pavillon“, wurde 2011 erweitert, und da Genf der einzige grosse Salon in einem nicht-Auto-produzierenden Land ist (Qatar rechne ich noch nicht als etablierte Veranstaltung), kommen hier alle Hersteller in gleichem Mass zu ihrem Recht und können ihre echten Neuerungen präsentieren.
      Alles habe ich auch nicht gesehen, aber einige Eindrücke möchte ich Ihnen hier doch vermitteln.

 

Audi Q5 Hybrid
Audi Q5 Hybrid

      Bei Audi gab es den Q5 Hybrid. (Kleiner Tipp an die AMAG: Wenn man den Salon zu Hause noch einmal Revue passieren lassen möchte und auf der Website nur den Hinweis findet, das – mit konkreten Preisen – in Genf ausgestellte Auto könne man eigentlich noch gar nicht kaufen, ist das nicht gut.) Der im Vergleich zum Lexus RX 450h um rund 50 PS schwächer motorisierte und 14 cm kürzere Geländewagen-Hybrid schafft die Energie-Effizienz-Kategorie A, aber er macht Hybrid fahren zu einem recht teuren Vergnügen (s. Bilder): Den Grundpreis von Fr. 84 000,– bringt man mit entsprechenden Zusatzaustattungen leicht in den sechsstelligen Bereich. Ich bin gespannt, ob und wie sich dieses Modell auf dem Markt etabliert.

Audi Q5 Hybrid
Audi Q5 Hybrid

 


 

Nissan Leaf

      Diese beiden kannte man schon vor dem Autosalon aus umfassender Berichterstattung in der Presse:
Der Nissan Leaf (oben; fotografiert am Stand von Navteq) hatte in Genf eine riesige eigene Präsentation. Er wird ab Herbst 2011 in der Schweiz für rund Fr. 50 000,– zu kaufen sein.
Der Honda Jazz (unten; fotografiert bei e’mobile), erster Kleinwagen-Serien-Hybrid, kostet nur rund die Hälfte; er steht bereits beim Händler. Die Konkurrenz in Form des Yaris HSD von Toyota, derzeit noch ein Concept Car, wird allerdings nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Honda Jazz

 


 

Auris Hybrid
e’mobile

      Hier sind wir am Stand der erwähnten Organisation e’mobile. (Mehr auf der Website → www.e-mobile.ch.) Exemplarisch waren dort Fahrzeuge mit allen neueren Antriebstechniken ausgestellt, der Auris und der oben gezeigte Jazz repräsentierten die Hybrid-Technik.

 


 

      Bei Mercedes fand ich zwar die Mehrzahl der ausgestellten Autos nicht sonderlich aufregend – auch den neuen SLK konnte man schon seit einiger Zeit im Web finden. Ein Auto allerdings (das man natürlich noch nicht kaufen kann) hat mich wirklich fasziniert: Die Brennstoffzellen-Variante der B-Klasse, bei den schwäbischen Autobauern (die natürlich das Jubiläum „125 Jahre Auto“ am Stand angemessen feierten) als F-Cell bezeichnet („F“ wie „Fasserstoff“? Nein: F-Cell steht für fuel cell, und das bedeutet einfach „Brennstoffzelle“.). Neben Toyota ist Mercedes offenbar der einzige Grossserien-Hersteller, der weiterhin konsequent auf die Brennstoffzelle setzt, ohne Hybrid und Elektroantrieb zu vernachlässigen. Ein dickes Lob dafür nach Stuttgart!
      Dieser B-Klasse-Typ bietet eine dem Prius etwa vergleichbare Leistung und könnte, wenn er zu einem vernünftigen Preis angeboten wird und wenn die Einrichtung eines entsprechenden Tankstellennetzes einmal ernsthaft in Angriff genommen wird, sehr interessant werden. Ich werde die Entwicklung dieses Autos sicher im Auge behalten.

Mercedes B-Klasse F-Cell
Mercedes B-Klasse F-Cell Mercedes B-Klasse F-Cell
Mercedes B-Klasse F-Cell

 


 

Landrover Freelander 2

      Einen weiteren Geländewagen der Energieeffizienz-Kategorie A fand ich – ehrlich gesagt, zu meinem Erstaunen – bei Land Rover. Der neue Freelander 2 schafft den Sprung in diese Kategorie, im Vergleich zu Lexus RX 450h und Audi Q5 Hybrid allerdings mit einem Diesel. Einen Plug-in-Hybrid gab es als Studie bei Range Rover – immerhin, langsam kommt Bewegung in die Autoindustrie.
      Einen Sonderpunkt für hervorragenden Service kann die Firma verbuchen: Am Mittwoch waren wir in Genf, und ich hatte, da es am Stand nur einen zusammenfassenden Katalog über die gesamte Produktpalette gab, darum gebeten, mir Informationen über diesen A-Freelander zu senden. Der dicke Umschlag war am Freitag in der Post – vorbildlich! Nur: Einen Freelander Kategorie A fand ich darin ebenso wenig wie auf der Website. Ich bin nicht sicher, ob das nicht doch wieder nur eine Studie ist?

 


 

Website von BYD während des Autosalons

      Beim chinesischen Hersteller BYD weiss man, wie ein Autosalon und der firmeneigene Web-Auftritt zu kombinieren sind: Auf der BYD-Website konnte man sich schon vor der Fahrt nach Genf einen Überblick über die ausgestellten Fahrzeuge und ihre Position am Stand verschaffen. Gutes Marketing! (Abb.: Screenshot von → www.byd.com.)

      Als ich den Stand betrat, hatte ich als erstes ein gewisses Déjà-vu-Erlebnis – irgendwie kam mir der ausgestellte Geländewagen bekannt vor:

BYD S6 DM Lexus RX 450h
BYD S6 DM
(fotografiert am Messestand)
Lexus RX 450h
(Lexus-Pressefoto)

      Lässt man diese Design-Inspiration einmal beiseite und konzentriert sich auf die Technik, gab es bei BYD tatsächlich einiges zu entdecken. Wenn Sie die Firma nicht kennen (was nicht ungewöhnlich wäre; ich habe auch erst nach dem Besuch in Genf ein bisschen dazu gelesen), sind Sie vielleicht erstaunt, wenn Sie erfahren, dass BYD Anfang des Jahrtausends die ersten Lithium-Ionen-Akkus an Motorola und Nokia geliefert hat. Von Batterien versteht man dort etwas; das hat auch ein deutscher Weltkonzern gemerkt: Am 1. März 2011 wurde das Unternehmen Shenzhen BYD Daimler New Technology Co. Ltd.gegründet. Dieses 50:50 Joint Venture zwischen Daimler und BYD wird für den chinesischen Markt ein Elektroauto entwickeln.

      In Genf trat BYD mit einer kompletten Palette teilweise oder komplett elektrisch betriebener Fahrzeuge an. Die Firma setzt dabei durchgängig Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien ein.

BYD F3 DM

      Der recht konservativ gestylte F3 DM (Dual Mode) ist ein Plug-in Hybrid, der bei 168 PS Gesamtsystemleistung rein elektrisches Fahren mit einer Reichweite von bis zu 100 km erlaubt.

BYD e6

      Satte 2295 kg bringt der rein elektrisch betriebene Allrad-Crossover e6 auf die Waage; trotzdem soll er die Beschleunigung auf 100 km/h in rund 8 Sekunden absolvieren. Die Reichweite wird mit 300 km angegeben. In Shenzhen laufen bereits etliche dieser Autos in einem grossen Feldversuch als Taxi. Der vollständig rezyklierbare Akku, der 2000 Ladezyklen und damit ein Autoleben lang halten soll, kann an einer entsprechenden Ladestation in nur 40 Minuten geladen werden.
      Ein zweiter e6 am Stand (Bild unten) wurde – mit niederländischer Strassenzulassung – an einer RWE-Ladesäule gezeigt. Anfang 2012 soll der e6 in der Schweiz für Fr. 42 700,– eingeführt werden. Wenn sich die Werksangaben in Tests bestätigen und wenn der e6 im Euro-NCAP-Crashtest ordentlich abschneidet (da haben chinesische Autos bekanntlich in der Vergangenheit nicht so gut ausgesehen), könnte dieser e6 ein Erfolgsmodell werden.

BYD e6
BYD S6 DM

      Der Geländewagen S6 DM bringt den Dual Mode in Kombination mit Allradantrieb. Im Stadtverkehr fährt man rein elektrisch mit Hinterradantrieb, vorderer Elektromotor und Verbrenner werden nach Bedarf zugeschaltet. Weder der Katalog noch die schon zahlreichen Google-Fundstellen zu diesem Auto konnten mir die Frage eindeutig beantworten, ob der S6 jetzt ein „echter“ Hybrid oder ein Elektroauto mit Range Extender (im Stil Opel Ampera/Chevy Volt) ist. Im Katalog heisst es dazu „Une distance de 495 km peut être parcourue avec une charge électrique pleine et un plein entier d'essence“ (mit voller elektrischer Ladung und einem vollen Tank kann eine Strecke von 495 km zurückgelegt werden), was eher für letztere Annahme spricht. Ich werde dranbleiben!


Literatur:


Besuch des Genfer Autosalons (9. März 2011):
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Toyota in Genf
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Copyright © 2011 und verantwortlich für den Inhalt:

Erste Veröffentlichung am 13. März 2011, letzte Bearbeitung am 13. März 2011.


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