Der Toyota Prius III Prius III

Die Prius-III-Familie
Fahrbericht Prius+ Wagon

      Jetzt ist es „amtlich“: Prius+ Wagon heisst die siebensitzige Minivan-Version des Prius in der Schweiz. Am letzten Juniwochenende wurde er offiziell vorgestellt; → meine Toyota-Niederlassung hatte aus diesem Anlass zu einer grossen Veranstaltung eingeladen, und das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Dass sich dabei noch die Gelegenheit zu einer Probefahrt mit dem neuen Mitglied der Prius-Familie ergab, war nicht geplant, aber eine nette Überaschung. Merci, Herr Stalder!

 

Der Prius+ Wagon aussen

Toyota Prius+ Wagon

      Ja, er ist deutlich grösser als unser PIII. Objektiv sind es gerade einmal 15,5 cm, subjektiv wirkt er durch die langgestreckte Form wesentlich schlanker und auch eleganter. Die typische Tropfenform des klassischen Prius hat dieser Wagon nicht mehr, aber das ist keineswegs ein Nachteil.

Toyota Prius+ Wagon

      Von vorn zeigt der Prius+ eine interessante Kombination aus PIII vor und PIII nach dem 2012er Facelift: Der flache Kühlergrill wurde aus der ersten Generation übernommen, die in den Grill verlegten Nebelscheinwerfer und das Tagfahrlicht unterhalb der Blinker sind „Facelift-Stil“.

 

Toyota Prius+ Wagon
Toyota Prius+ Wagon

      Markant sind die – mit Ausnahme der Nebelschlussleuchte (s. u.) – rein weissen Heckleuchten, die gerade bei einem Auto in dunkler Farbe einen interessanten Kontrast setzen (oben). Die Typenbezeichnung am Heck kommt übrigens ohne den Zusatz „Wagon“ aus; hier heisst dieser Prius einfach nur „Prius+“ (links).

 

Der Prius+ Wagon innen

Toyota Prius+ Wagon

      So präsentiert sich der „Plus“ beim Einsteigen. Vieles ist aus dem normalen PIII bekannt, etwa die Schalterleiste in der Fahrertür (oben). Das Bild unten zeigt einige Änderungen: Die Bedieneinheit für das Head-up-Display ist links neben das Lenkrad gewandert; darunter (und damit nicht sehr gut zugänglich) liegen die seltener gebrauchten Schalter. Die Aluminium-Einstiegsleisten, die wir in unserem PIII haben, gibt es im Rahmen des „Schutzpakets“ auch für den Prius+.

Toyota Prius+ Wagon

 

Toyota Prius+ Wagon

      Der Arbeitsplatz in einem Prius+ ohne (oben) und mit Navigationssystem (unten). Die lange, durchgehende Mittelkonsole des PIII gibt es im P+ nicht mehr. Der Automatik-Wählhebel wurde regelrecht „miniaturisiert“ (was seiner Bedeutung im Fahrbetrieb entspricht …); die Position des Schalters für die Warnblinkanlage gefällt mir im Prius+ besser als im PIII.
      Mit dem Navigationssystem konnten wir uns bei der Probefahrt nur kurz beschäftigen; eine interessante neue Funktion ist die Möglichkeit, sämtliche Bedienfelder und Zusatzanzeigen (wie Restzeit und -weg, TMC etc.) auszublenden, so dass man wirklich nur noch die Kartenanzeige sieht.

Toyota Prius+ Wagon

 

Toyota Prius+ Wagon

      Die Darstellung im zentralen Display (bei einem „Auto 1.0“ nannte man das „Armaturenbrett“) wurde gegenüber dem PIII deutlich verändert. Man findet aber nach wie vor auf Anhieb alle wichtigen Anzeigen.

 

Toyota Prius+ Wagon

      Kommen wir zu dem Grund, aus dem man sich einen Minivan zulegt: der Ladekapazität. In Europa wird der Prius+ ausschliesslich als Siebensitzer mit drei Sitzbänken angeboten. Die Sitze lassen sich in der zweiten und dritten Reihe einzeln umklappen. Schon beim Umklappen der dritten Sitzreihe – oben im Bild gezeigt – hat man einen Fünfsitzer mit einem Ladevolumen von 784 Litern! Legt man auch die zweite Reihe um, verfügt man über phänomenale 1750 Liter – beim PIII sind es 1120 Liter. Eingeschränkt wird die Nutzung als Siebensitzer oder als Laderaum-Meister allenfalls durch die zulässige Zuladung von 505 kg (Sol und Sol Premium) bis 515 kg (Luna).

 

Der Prius+ Wagon auf der Strasse

      Lange konnten wir ihn nicht testen, aber für einige Eindrücke – ausschliesslich im Stadtverkehr und auf der Landstrasse, keine Autobahn – reichte es. Der erste Eindruck: Endlich gute Sicht nach hinten! Erst, wenn man in einem Prius den ungehinderten Blick durch eine nicht optisch geteilte Heckscheibe geniesst, weiss man, wie lästig dieser Spoiler am PIII eigentlich ist. Der zweite Eindruck war eine echte Überraschung: Subjektiv hängt der Prius+ nicht nur besser am Gas, sondern vermittelt auch wesentlich direkteren Fahrbahnkontakt als der PIII. Noch kein echtes Gokart-Gefühl, aber ein überraschend direktes Fahrbahngefühl! Ein Grund für dieses subjektive Gefühl könnte die Gewichtsverteilung sein: Die Lithium-Ionen-Batterie des Prius+ ist längs in Wagenmitte angeordnet, wodurch natürlich mehr Gewicht auf die Vorderachse kommt.
      Objektiv ist der grössere und schwerere Prius+ erwartungsgemäss etwas träger als der PIII. Für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h lässt er sich knapp eine Sekunde mehr Zeit (11,3 gegenüber 10,4), und auch die Höchstgeschwindigkeit ist geringer. Das könnte übrigens im Geschwindigkeits-besessenen „grossen Kanton im Norden“ leider zum Killerkrkiterium für dieses sonst wirklich sehr gelungene Fahrzeug werden: Hatte sich die deutsche Presse schon über die 180 km/h des PIII mokiert, wird sie die 165 km/h des Prius+ kaum begeistert kommentieren.
      Unser Fazit nach diesen ersten Eindrücken: Es könnte sehr gut sein, dass unser nächster Prius ein Prius+ Wagon wird!


Literatur:


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Copyright © 2012 und verantwortlich für den Inhalt:

Erste Veröffentlichung am 1. Juli 2012, letzte Bearbeitung am 1. Juli 2012.


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