Der Toyota Prius III Prius III

Verwandte des Prius III
Der Prius I

Prius I
Der Prius I – das erste „grüne“ Grossserienauto
(Copyright © Toyota Deutschland GmbH)

Prius I, 1. Generation (NHW 10, 1997–2000)

      Im Jahr 1993 stellte Akihiro Wada, Vorstand für Forschung und Entwicklung bei Toyota, ein Team zusammen, das Antriebskonzepte für das nächste Jahrhundert erarbeiten sollte. Die Vorgaben waren anspruchsvoll: Reduktion von Kraftstoffverbrauch und CO2-Emission um 50 %, Reduktion aller übrigen Schadstoffe um 90 %.
      Das Team um Chefingenieur Takeshi Uchiyamada testete unter anderem reine Elektroantriebe und Wasserstoff-Brennstoffzellen, ehe schliesslich die Entscheidung für den Hybridantrieb, also die Kombination aus Benzin- und Elektromotor, fiel.

      Vier Jahre nach Beginn des Projekts war es so weit: Der erste Prius kam – nur in Japan – im Dezember 1997 auf den Markt. In diesem ersten Grossserien-Hybrid arbeitete ein 58-PS-Benzinmotor mit einem 40-PS-Elektromotor zusammen. Der Preis lag damals bei umgerechnet 32 000,– D-Mark – viel Geld für ein nicht sehr grosses und nicht sehr leistungsstarkes Auto. Die fortschrittliche Technologie fand aber sehr schnell viele Anhänger: War man anfangs noch davon ausgegangen, 1000 Prius pro Monat verkaufen zu können, wurde die Produktion schon Mitte 1998 wegen der grossen Nachfrage auf das Doppelte gesteigert.

 

Prius I, 2. Generation (NHW 11, 2000–2004)

Prius I, 2. Generation
Prius I, 2. Generation
(Copyright © Toyota Deutschland GmbH)

      Anfang 2001 erschien eine deutlich überarbeitete Version des Prius, die jetzt auch ausserhalb Japans angeboten wurde. Äusserlich hatte sich gegenüber dem Vorgängermodell nicht viel geändert; der Heckspoiler ist das markanteste Kriterium, um einen P I der 2. Generation zu identifizieren:

Prius I, 2. Generation
Prius I
Wie alle Prius-Modelle seither trägt er einen deutlichen Hinweis auf den Hybridantrieb.
(Copyright © Toyota Deutschland GmbH)

      Unter der Haube allerdings war viel passiert: Der 1,5-Liter-16-Ventil-Vierzylinder leistete jetzt 71 PS und stellte ein Drehmoment von 115 Nm bereit. Unterstützt wurde er von einem 44 PS starken Elektromotor (350 Nm). Die komplett neu entwickelte Batterie bestand aus 38 in Reihe geschalteten Modulen mit je 6 Zellen, die Betriebsspannung des Systems betrug 273,6 V.

      Diese Antriebseinheit verhalf dem Prius („Prius I“ hiess er natürlich erst, seit es einen Nachfolger gab) zu einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h, die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h absolvierte er in 13,4 Sekunden. Der Gesamtverbrauch des als Euro 4 eingestuften Prius lag bei 5,1 l/100 km, der CO2-Ausstoss bei 120 g/km (alle Daten sind Werksangaben).

Prius I, 2. Generation
Prius I
(Copyright © Toyota Deutschland GmbH)

 

Prius I
(Copyright © Toyota Deutschland GmbH)

      Der rund 4,30 m lange Prius konnte mit einem Cw-Wert von 0,29 aufwarten. Das Kofferraumvolumen ist mit 392 Liter für diese Klasse ordentlich; das leer 1250 kg schwere Auto erlaubte eine Zuladung von 305–320 kg.

 

      In Deutschland kostete der Prius Anfang 2002 € 22 701,36. Die Liste der aufpreispflichtigen Extras ist kurz: € 383,47 waren für eine der vier Metallic-Farben fällig (als einzige Standardfarbe gab es, wie heute beim P III, „schneeweiss“), ein Navigationssystem war lieferbar, steht aber in der mir vorliegenden Preisliste nur mit „Preis auf Anfrage“.

Prius I
Prius I – Der Arbeitsplatz
(Copyright © Toyota Deutschland GmbH)

      Der Prius-Käufer bekam für diesen Preis in den Bereichen Sicherheit und Komfort einiges geboten, was in dieser Klasse vor knapp zehn Jahren (zumal bei deutschen Autos, die für ihre Aufpreispolitik bekannt sind) nicht unbedingt selbstverständlich war:
      Das ABS war auch damals schon Standard, nicht unbedingt aber die sechs Airbags und das „Whiplash Injury Lessening System“ an den Vordersitzen, das die Kopfstützen bei einem Aufprall aufstellt. Der Prius verwöhnte seine Insassen serienmässig mit einer Klimaautomatik; es gab einen höhenverstellbaren Fahrersitz und eine Fernentriegelung für den Kofferraum ebenso wie vier elektrische Fensterheber, eine asymmetrisch 60:40 geteilte Rücksitzbank, grüne Wärmeschutzverglasung rundum, elektrisch einstellbare und beheizbare Aussenspiegel sowie eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung. (Damals gab es sogar noch einen Aschenbecher!)

Prius I
Prius I – Bordcomputer
(Copyright © Toyota Deutschland GmbH)

      Auch nicht gerade selbstverständlich: Ein Bordcomputer mit farbigem 5,8-Zoll-Bildschirm mit Touchscreen-Funktion. Er informierte über den Betriebszustand des serienmässigen Audiosystems (RDS-Radio und Cassettenspieler; damals waren CD-Spieler/-Wechsler noch lange nicht Standard), Aussentemperatur und Momentan- und Durchschnittsverbrauch. Vor allem aber bot er die Information, an die sich Priusfahrer inzwischen seit drei Generationen gewöhnt haben: Die Energieflussanzeige (Abb. oben) und die Anzeige über die aktuelle Energie-Rückgewinnung.

      Insgesamt war dieser Prius vielleicht seiner Zeit voraus – oder der europäische Autofahrer noch nicht reif für einen derart radikalen Technologiesprung. Die Verkaufszahlen des P I dümpelten während seiner gesamten Produktionszeit in homöopathischen Grössenordnungen vor sich hin:

Verkaufszahlen Prius 2000–2008
(Daten von der Website Toyota Prius Info Site, Grafik vom Autor erstellt)

      Europaweit wurden also in vier Jahren gerade einmal knapp 5 000 Prius verkauft. Das änderte sich schlagartig mit der Einführung seines Nachfolgers, des Prius II, im Jahr 2004 – und seither ist die Geschichte des Prius eine Erfolgsgeschichte.


Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 13. Februar 2010, letzte Bearbeitung am 13. Februar 2010.


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